Zum Inhalt springen

Optionen barrierefreie Reisekette

Informationen für Fahrgäste mit Elektroscooter

Mitnahme von Elektroscootern im Schienenpersonennahverkehr (S-Bahn, Regionalbahn und Regionalexpress)

Elektroscooter können im RMV unter folgenden Voraussetzungen im Schienenverkehr (ohne U- und Straßenbahn) transportiert werden:

  • Die Beförderung ist im Mehrzweckabteil möglich, wird aber durch die Kapazität des jeweils eingesetzten Fahrzeuges begrenzt.
  • Das Gesamtgewicht darf die Tragfähigkeit der Einstiegshilfe nicht überschreiten. In der Regel liegt diese bei 300 bis 350 kg. In den Zügen der Vias (Odenwaldbahn zwischen Frankfurt und Eberbach und Rheingaulinie zwischen Frankfurt und Neuwied) liegt die maximale Tragfähigkeit der Einstiegshilfe bei 250 kg.
  • Bei Maßen des Elektroscooters über 120 x 70 cm (L x B) kann die Beförderung verweigert werden.
  • Die Verantwortung bei der Benutzung liegt beim Kunden.

Mitnahme von Elektroscootern in Linienbussen, Straßenbahnen und U-Bahnen

Für die Mitnahme von Elektroscootern in Linienbussen hat das Land Hessen zeit- und wortgleich mit allen anderen Bundesländern einen Erlass verabschiedet, in dem die technischen Mindestanforderungen an Elektroscooter, Fahrzeuge und Nutzer genannt sind, die einen sicheren Transport ermöglichen.

Die gleichen Bedingungen, die für den Transport im Busverkehr gelten, sind im RMV auch für die Beförderung in Straßen- und U-Bahn Voraussetzung.

Um Elektroscooter-Nutzern und dem Fahrpersonal eine verlässliche Orientierungshilfe zu geben, soll die Eignung mittelfristig durch einen standardisierten Aufkleber auf dem Elektroscooter auf den ersten Blick sichtbar gemacht werden. Am Bus (U-/Straßenbahn) wird ebenfalls ein Aufkleber angebracht werden, der die Eignung des Fahrzeugs für den Transport des Elektroscooters signalisiert.

Die entsprechenden Piktogramme wurden am 15.11.2017 im Amtsblatt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland (Verkehrsblatt Heft 21/2017, VO-Nr. 169) veröffentlicht. Sobald sie als webfähige Bilddateien vorliegen, werden sie hier veröffentlicht.

Soweit die Piktogramme an Bus und Elektroscooter noch nicht vorhanden sind, gelten die Voraussetzungen für Elektroscooter und ihre Nutzer gemäß Erlass des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung:

  • Die Gesamtlänge des Elektroscooters beträgt nicht mehr als 120 cm.
  • Der Elektroscooter hat vier Räder.
  • Das Gewicht des Elektroscooters beträgt mit aufsitzender Person nicht mehr als 300 kg.
  • In der Betriebsanleitung des Elektroscooters muss die grundsätzliche Eignung für den Transport im Öffentlichen Personennahverkehr angegeben sein.
  • Ein Bremssystem, welches immer auf beide Räder einer Achse zusammen wirkt und nicht durch ein Differential überbrückt werden kann (z. B. gesonderte Feststellbremse).
  • Ausreichende Bodenfreiheit und Steigfähigkeit des Elektroscooters, um über eine mit maximal 12 % geneigte Rampe in den Bus ein- und ausfahren zu können, ohne mit der Bodenplatte am Übergang von der Rampe ins Fahrzeug anzustoßen.
  • Die Elektroscooter-Nutzerin bzw. der Elektroscooter-Nutzer muss selbstständig rückwärts in den Bus einfahren können.
  • Der Elektroscooter darf über keine zusätzlichen Anbauten verfügen, die die rückwärtige Aufstellung an der Anlehnfläche des Rollstuhlplatzes einschränken
  • Die Mitnahmeregelung gilt vorrangig für schwerbehinderte Menschen mindestens mit Merkzeichen „G“ und nachrangig im Falle einer Kostenübernahme für den Elektroscooter durch die Krankenkasse.
  • Die Elektroscooter-Nutzerin bzw. der Elektroscooter-Nutzer muss sowohl die zum Nachweis der personenbezogenen Voraussetzungen als auch der Mitnahmetauglichkeit des Elektroscooters erforderlichen Unterlagen mitführen und auf Aufforderung des Fahrpersonals zur Prüfung vorzeigen
  • Die Beförderungspflicht besteht nicht, wenn der Aufstellplatz für den Elektroscooter bereits durch andere Fahrgäste (mit Rollstuhl, anderen Elektroscootern, Kinderwagen oder allgemein durch einen voll besetzten Bus) belegt ist.

Zusätzliche technische Informationen  

  • Zulassung für auf den Elektroscooter mit aufsitzender Person bei rückwärtsgerichteter Aufstellung an der Anlehnfläche wirkende Kräfte von bis zu 0,8 g bei Gefahrbremsung bzw. 0,5 g Querkräfte bei Kurvenfahrt (siehe Betriebsanleitung des Elektroscooters)
  • Länge der Aufstellfläche des Busses mindestens 200 cm bei Lage gegenüber der Tür für den Zustieg bzw.
  • 150 cm bei Lage auf der rechten (Tür-)Seite des Busses;
  • die jeweiligen Maße des Busses können unterschritten werden, wenn im Bus zwei gegenüberliegende Aufstellflächen vorhanden sind
  • Im Bus muss ein normengerechter Rollstuhlstellplatz gemäß UN/ECE Regelung Nr. 107, also mit Rückhalte- bzw. Sicherheitseinrichtungen auf folgenden drei Seiten vorhanden sein:
    • die Fahrzeugseitenwand
    • die rückwärtige Anlehnfläche
    • eine Haltevorrichtung zum Gang hin mit einem Überstand gegenüber der Anlehnfläche von mindestens 28 cm 

Erlass der Länder über die Beförderungspflicht für E-Scooter mit aufsitzender Person in Linienbussen des ÖPNV - Bekanntmachung von Piktogrammen zur Kennzeichnung von geeigneten E-Scootern und Linienbussen des ÖPNV

Infoblatt, Stand: November 2017

Quelle: Auszug aus dem VkBl. Nr. 169, Heft 21 - 2017