Mehr als 30 Millionen Euro für den ÖPNV: Bund fördert Digitalprojekte von RMV und Partnern

Mit Digitalisierung für saubere Luft / RMV-Anteil bei 11 Millionen Euro

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat gemeinsam mit mehreren Partnern für gleich drei innovative Digitalisierungsprojekte Förderbescheids-Urkunden im Wert von über 30 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erhalten. 11 Millionen Euro davon fließen an den RMV. Die Mittel stammen aus dem „Sofortprogramm Saubere Luft“, mit dem der Bund die Luftqualität in Ballungsgebieten verbessern will.

„Wer aktiven Klima- und Umweltschutz will, kommt an der Verkehrswende nicht vorbei. Die Digitalisierung eröffnet uns viele neue Möglichkeiten, den Wandel noch schneller voranzutreiben – durch On-Demand-Lösungen und gemeinsame Plattformen, wo wir Fahrgästen Mobilität aus einer Hand bieten. Ein Beispiel dafür ist die deutschlandweiten Brancheninitiative Mobility inside, wo wir erst Anfang der Woche mit der Gründung der Gesellschaft einen weiteren Meilenstein gesetzt haben“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Wir freuen uns daher riesig, dass das BMVI gleich drei Projekte fördert, an denen der RMV maßgeblich beteiligt ist, und die auch mir persönlich sehr am Herzen liegen.“

Mit On-Demand den ÖPNV ergänzen

Fahrgäste nicht nur von Haltestelle zu Haltestelle, sondern von Tür zu Tür zu bringen, verfolgt der RMV mit dem Projekt „On-Demand-Mobilität für die Region FrankfurtRheinMain“. Zehn Partner in der Region nehmen teil und wollen in den kommenden Jahren einen On-Demand-Dienst starten. Der Verkehrsverbund entwickelt hier das Hintergrundsystem, mit dem Abhol- und Zielorte individuell eingegeben werden können. Das System bündelt dann die Fahrten und ermittelt den optimalen Weg, um alle Fahrgäste möglichst schnell an ihr Ziel zu bringen. Dieses sogenannte Ridepooling im Verbundgebiet umzusetzen, unterstützt das BMVI mit sechs Millionen Euro für den RMV. Alle Partner zusammengenommen erhalten rund 20 Millionen Euro.

Von Bus und Bahn zu Mietfahrrad, Taxi und E-Tretroller

Wer lieber mit dem Mietfahrrad vom Bahnhof weiterfährt, dem hilft „RMVplus“. Der RMV erhält 850.000 Euro vom Bund, um die Mobilitätsplattform zu realisieren, die als Weiterentwicklung der RMV-App Car- und Bikesharing, On-Demand-Angebote, E-Tretroller, Taxis oder Parkservices integriert. Bei RMVplus liegt ein besonderer Fokus auf der Einbindung von lokalen oder regionalen Anbietern. Die Plattform wird die gesamte Servicekette Informieren, Buchen, Bezahlen und Fahren mit einer Registrierung und einer Mobilitätsabrechnung abbilden.

Bundesweit mit der RMV-App unterwegs

Wie RMVplus ist „Mobility inside“ – wo der RMV federführend beteiligt ist – eine Plattform, die unterschiedlichste Akteure und Verkehrsmittel zusammenbringt. Während RMVplus den Fokus im RMV-Gebiet hat, bezieht „Mobility inside“ ganz Deutschland in die Reisekette mit ein: Egal, ob von Flensburg nach München, von Dortmund nach Leipzig oder von Hattenheim nach Mannheim: Mobility inside vernetzt im Hintergrund die einzelnen Regionen. So können Fahrgäste Fahrkarten für ganz Deutschland aus einer App buchen und bezahlen. Seit Herbst läuft Mobility inside als Pilot mit bis zu 3000 Nutzern, die Markteinführung ist für 2021 geplant. Der RMV steuert bei dem Piloten über seine Tochter rms das Hintergrundsystem bei und betreut die Tester.

Den umfassenden Ansatz von Mobility inside fördert das BMVI für das beantragende Konsortium mit über 10 Millionen Euro (davon für den RMV 4,11 Millionen Euro). Das Geld soll vor allem eingesetzt werden, um die Plattformentwicklung zu beschleunigen. Diese Plattform enthält alle notwendigen Komponenten wie zum Beispiel das Kunden-Verwaltungssystem, das Vertragsdaten-Verwaltungssystem und das Produktdaten-Verwaltungssystem für die Partner der Vernetzungsinitiative Mobility inside.

„Dass Mobility inside nun insgesamt über 10 Millionen Euro Fördergeld bekommt, unterstreicht die Bedeutung der Plattform, denn sie wird das Reisen in Deutschland entscheidend vereinfachen“, sagt Ingo Wortmann, der als Geschäftsführer der Münchener Verkehrsgesellschaft zu den Initiatoren von Mobility inside gehört und sich auch als Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) für die deutschlandweite Vernetzung einsetzt. „Ich freue mich sehr, dass der Prototyp im Test schon so stabil läuft. Die Fördermittel des Bundes werden der Markteinführung noch einmal einen kräftigen Schub verleihen.“

 

Stand 19.12.2019