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Der RMV klärt auf

Was kostet Nahverkehr?

Zugegeben, ein Ticket für Bus oder Bahn im RMV ist nicht billig. Aber ist es deshalb gleich teuer? Um sich vorzustellen, welche immensen Summen nötig sind, um guten, effizienten Nahverkehr anbieten zu können, ist es wichtig, die einzelnen Faktoren zu kennen, die den Preis einer Fahrkarte ausmachen.

Es bedarf einer funktionierenden Infrastruktur. Schienen und Stationen müssen gewartet, ausgebaut und modernisiert werden. Die eingesetzten Verkehrsmittel - Busse und Bahnen - müssen technisch tipptopp und ausreichend vorhanden sein sowie den ständig steigenden Anforderungen an Sicherheit, Komfort und Barrierefreiheit entsprechen. Ausreichend Personal, nicht nur im Fahrbetrieb, sondern auch in der Logistik, der Wartung, der Beratung, der Sauberkeit, aber auch der Organisation muss gewährleistet sein. Löhne und Energiekosten steigen kontinuierlich.

Was gestern noch fortschrittlich und zukunftsweisend war, deckt den Bedarf von morgen nicht mehr. Der Nahverkehrsmarkt verändert sich ständig. Die Bevölkerung im Ballungsraum wächst, während sie auf dem Land stagniert - Mobilitätsbedürfnisse ändern sich. All dies verursacht Kosten.

Diese sind so hoch, dass der Nahverkehr noch immer mit Steuergeldern subventioniert werden muss. Der RMV erwirtschaftet immerhin 56 Prozent (2014) der Gesamtkosten selbst. Im Bundesdurchschnitt ist das ein sehr guter Wert. Allerdings besteht weiterhin Abhängigkeit von politischen Entscheidungen von Bundes- und Landesregierung und den beteiligten Kommunen, wie viel diese sich öffentlichen Nahverkehr kosten lassen wollen und können. Um die Schere zwischen den steigenden Kosten, den notwendigen Investitionen und den immer knapper werdenden öffentlichen Mitteln nicht weiter aufgehen zu lassen, muss ein Verkehrsverbund versuchen, seine Einnahmen kontinuierlich zu steigern. Dabei helfen Fahrpreisanpassungen sowie die Optimierung seines Angebots, um immer mehr Kunden für Busse und Bahnen zu gewinnen. Außerdem schreibt der RMV alle Verkehrsdienstleistungen konsequent wettbewerblich aus, damit die Fahrgäste stets das beste Angebot zum günstigsten Preis erhalten.

Datum: 20.03.2013