LNVG steigt mit Brennstoffenzellenbus in emissionsfreien ÖPNV ein

Menschengruppe vor Brennstoffzellenbus

Landrat Thomas Will, Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, Christian Sommer (Geschäftsführer der LNVG), Marcel Corneille (Geschäftsführer der EMCEL GmbH), Christian Winzenhöler (Geschäftsführer der Hy2Serv GmbH), Angelika Reinhardt (Prokuristin der LNVG), Avni Krasniqi (LNVG) (v.l.).
(© Kreis Groß-Gerau)

Seit Ende Mai wird ein mit Wasserstoff betriebener Citaro von Mercedes-Benz auf der Buslinie 42 zwischen Groß-Gerau und Griesheim über Dornheim und Wolfskehlen eingesetzt. Damit ist der Grundstein für den Einstieg in den emissionsfreien ÖPNV im Kreis Groß-Gerau gelegt.

Emissionsfrei für eine saubere Umwelt

Am 25. Mai fiel der Startschuss für den Ausbau der H2-Mobilität im Kreis Groß-Gerau: Der Einsatz eines Brennstoffzellenbusses im Linienverkehr ist ein sehnlich erwartetes Aufbruchssignal des Kreises. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, den öffentlichen Nahverkehr unter der Nutzung emissionsfreier Antriebe weiterzuentwickeln. "In Zukunft soll sich der Einsatz des Energieträgers Wasserstoff jedoch nicht nur bei Bussen, sondern auch in vielen anderen Bereichen der Mobilität und des Güterverkehrs durchsetzen", betonte Landrat Thomas Will bei der Präsentation des Fahrzeugs vor dem Landratsamt.

LNVG kooperiert mit der Hy2Serv GmbH

Die LNVG unterstützt und befürwortet die Zielsetzungen des Kreises. In Kooperation mit der Firma Hy2Serv GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Christian Winzenhöler, ist der Brennstoffzellenbus künftig von 6.30 bis 15.30 Uhr auf der Linie 42 unterwegs. Das Fahrzeug ist bereits seit 2018 auf dem Betriebsgelände des Industrieparks in Frankfurt-Höchst im Einsatz und zeichnet sich durch hohe Verlässlichkeit und Sparsamkeit aus. Für den ÖPNV-Regelbetrieb stellt die Reichweite von bis zu 450 km einen besonders maßgeblichen Punkt dar“, erklärt Christian Sommer, Geschäftsführer der LNVG, "denn diese Antriebstechnologie bietet gegenüber einem Dieselbus nahezu vergleichbare Einsatzbedingungen“.

Beschaffung von Brennstoffzellenbussen

Das Projekt soll der Einführung emissionsfreier Mobilitätslösungen neue Impulse verleihen, denn bisher stagniert die Beschaffung von mit Wasserstoff betriebenen Bussen. Neben der Lieferfähigkeit der Industrie ist die Finanzierung der Fahrzeuge die größte Herausforderung. Gerade in der aktuellen Situation ist eine auskömmliche Fahrzeugförderung von größter Bedeutung. Laut Walter Astheimer, Erster Kreisbeigeordneter, sei ein zeitnaher Aufruf im Rahmen der avisierten Nationalen Wasserstoffstrategie erforderlich, damit die Mobilitätsstrategie, die einen maßgeblichen Beitrag zur Verringerung der Umweltbelastungen leistet, umgesetzt werden könne.

Emissionsfreie Busflotte bis 2030

LNVG-Prokuristin Angelika Reinhardt verweist auf die besondere Dringlichkeit, da "bereits in den Jahren 2022/2023 die Beschaffung von 24 Brennstoffzellenbussen erfolgen muss, damit die entsprechende Anzahl an Dieselfahrzeugen aus dem Betrieb genommen werden kann".
Der Aufbau der Voraussetzungen für die neue Antriebstechnologie sowie der entsprechende Beschaffungsprozess werden begleitet von einem Gutachterkonsortium, bestehend aus TÜV Rheinland AG und der EMCEL GmbH. Das Konsortium war bereits für die Entwicklung eines Masterplans für den Einsatz alternativer Antriebstechnologien im Linienverkehr im Kreis Groß-Gerau verantwortlich. Dieser Masterplan sieht eine nachhaltige Umstellungsstrategie mit dem Ziel vor, bis spätestens zum Jahr 2030 eine komplett emissionsfreie Busflotte aufzubauen.

LOGO H2Mobilität im Kreis Groß-Gerau - Emissionsfrei für eine saubere Umwelt

(© LNVG)

Geräuscharmes Fahren: Pluspunkt für Anwohner und Fahrgäste

Marcel Corneille, Geschäftsführer der EMCEL GmbH, verweist auf die Zeitachse des Masterplans und die für das Jahr 2020 vorgesehene Pilotphase, die nun mit der Kooperation von LNVG und HY2Serv zeitgerecht Fahrt aufnimmt. Der erste Einsatz eines wasserstoffbetriebenen Linienbusses im Kreis Groß-Gerau trägt nicht nur seinen Teil zur Vermeidung von Emissionen bei, sondern wird durch sein geräuscharmes Fahren Anwohner und Fahrgäste gleichermaßen von dieser Technologie überzeugen.

In diesem Sinne verweist LNVG-Geschäftsführer Christian Sommer darauf, dass "die Energie- und Mobilitätswende entsprechend ganzheitlich zu betrachten ist, zumal der Erfolg der Investitionen in die Technologie auch durch den weiteren Ausbau des Verkehrsangebotes begleitet werden muss. Das durch Corona unterbrochene Fahrgastwachstum wird sich mittelfristig fortsetzen, sodass der ÖPNV mit der Umstellung auf Brennstoffzellenbusse einen signifikanten Beitrag zur Emissionsreduktion im Verkehrssektor leisten wird."