Neu: meinRad und book-n-drive in Ginsheim-Gustavsburg

Vergrößerte Ansicht: Personengruppe mit Leihfahrrädern von meinRad

Links nach rechts: Jochen Erlhof, Mario Bach, Andreas Hornig, Sabine Bächle-Scholz, Thies Puttnins-von Trotha, Thomas Will, Christian Sommer
(© Stadt Ginsheim-Gustavsburg)

An insgesamt elf Standorten in Ginsheim-Gustavsburg stehen ab sofort Fahrräder des Fahrradvermietsystems meinRad bereit. Auch vier book-n-drive Carsharing-Stationen wurden in der Stadt eingerichtet.

Der Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha, Landrat Thomas Will und Vertreter der Kooperationspartner LNVG Kreis Groß-Gerau und Mainzer Mobilität haben die Stationen bei einer gemeinsamen Pressefahrt mit den Fahrzeugen am 10. September eingeweiht. Mit dabei waren auch Gäste der Politik, darunter die Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz und Mario Bach, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung.

Die Pressefahrt startete am Friedrich-Ebert-Platz im Stadtteil Ginsheim, an einer von insgesamt elf Vermietstationen in der Stadt. Gleichzeitig gehört der Friedrich-Ebert-Platz, neben der Bouguenais Allee, dem Bahnhof Gustavsburg und dem Fritz-Bauer-Platz, zu einem von vier Standorten der Carsharing-Fahrzeuge. Bereiche, an denen mindestens zwei Verkehrsangebote (ÖPNV, Bike- oder Carsharing) zusammentreffen, werden von der Stadt als Mobilitätsstationen - kurz MOBs - ausgewiesen.

Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha betonte in seiner Begrüßung, dass die Stadt Ginsheim-Gustavsburg sich für eine nachhaltige Mobilität einsetze und mit den bisherigen Maßnahmen zu den Vorreitern kleiner und mittlerer Städte im Rhein-Main-Gebiet zähle. Die Bürgerinnen und Bürger könnten nun alltägliche Wege mit dem Mietrad oder Carsharing-Fahrzeug zurücklegen und so könne jeder an der Mobilitätswende teilnehmen.

Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV

Der Prüfauftrag zur Einführung des Fahrradvermietsystems meinRad resultierte aus dem Integrierten Verkehrsentwicklungskonzept des Kreises Groß-Gerau aus 2014 und wurde 2016 in den politisch beschlossenen Nahverkehrsplan Kreis Groß-Gerau der LNVG aufgenommen. In diesem sind unter anderem Maßnahmen enthalten, um die Verkehrsträger Fahrrad und ÖPNV besser zu verknüpfen. Im Jahr 2017 hat das Planungsbüro "Verkehr mit Köpfchen“ im Auftrag der LNVG eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, die ein Fahrradvermietsystem in der Mainspitze - in Verknüpfung mit dem Mainzer System - positiv bewertet hat.

Ein öffentliches Fahrradvermietsystem ergänze den ÖPNV, der aufgrund vorgegebener Linienwege und Fahrtzeiten nicht überall und zu jeder Zeit Mobilitätsbedürfnisse befriedigen könne, so Christian Sommer, Geschäftsführer der LNVG. Fahrradvermietsysteme seien eine Ergänzung für Mobilitätsketten, besonders in Kombination mit dem ÖPNV, um Teilstrecken des Weges mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Auch Jochen Erlhof, Geschäftsführer der Mainzer Mobilität, ist froh über den Erfolg der Zusammenarbeit mit der LNVG und dem Kreis Groß-Gerau. Durch die elf neuen Stationen und 70 Räder in Ginsheim-Gustavsburg vergrößere sich das Gesamtsystem von meinRad auf mehr als 220 Stationen und 1.200 Räder, erklärt meinRad-Geschäftsführerin Tina Smolders.

PDF: MVG-Mainz Stadtteilkarte von Ginsheim-Gustavsburg

Karte mit allen Standorten
(© Baumgardt Consultants GbR, www.baumgardt-online.de / OpenStreetMap, www.openstreetmap.org/copyright )

Carsharing für nachhaltige Mobilität im Kreis

Eine Verkehrswende könne nur gemeinsam ins Rollen gebracht werden, betont Andreas Hornig, Geschäftsführer bei book-n-drive Carsharing. Das Projekt GiGu zeige, wie alle Akteure aus Politik und Wirtschaft zusammenkommen, um ein ganzheitliches, innovatives und nachhaltiges Mobilitätskonzept anzubieten. Hornig freut sich, dass mit dem Carsharing-Angebot ein wesentlicher Baustein zu diesem besonderen Projekt beigesteuert werden kann.

Die Mobilität im Kreis nachhaltiger zu gestalten und mehr Alternativen zum Privat-Pkw anzubieten, ist auch Landrat Thomas Will ein großes Anliegen. Die Bedingungen zum Radfahren im Kreis seien ideal, weshalb schon viele Jahre der Radverkehr gezielt gefördert wurde. Dadurch reduzieren sich letztlich Abgase und Lärm in den Kommunen, was insgesamt zu einer besseren Lebensqualität führe.

Beschluss und Anschaffungskosten

Beschlossen wurde die Einführung des meinRad-Systems in Ginsheim-Gustavsburg im September 2019 durch die Stadtverordnetenversammlung. 

Die Herstell-, Lieferungs- und Montagekosten der elf Mietradstationen und die Anschaffung von 70 Fahrrädern in Höhe von rund 168.000 Euro zahlen der Kreis Groß-Gerau und die LNVG jeweils zur Hälfte. Die Stadtverwaltung zahlt die jährlich anfallenden Betriebskosten und stellt die Flächen der Radstationen unentgeltlich zur Verfügung. Das Marketing erfolgt durch die LNVG und die Mainzer Mobilität. Die Pflege und die Wartung der Stationen führt die LNVG im Rahmen ihres Haltestellenmanagements durch.

Der Kreis hat zudem eine Förderung in Höhe von rund 75 Prozent der Anschaffungskosten gemäß Mobilitätsfördergesetz beim Land Hessen beantragt. Detaillierte Informationen zu den Stationen können auf der städtischen Homepage angeschaut werden.

Auswertung des Projekts nach fünf Jahren

Das Pilotprojekt ist zunächst auf fünf Jahre angelegt und soll anschließend entsprechend evaluiert werden. Die daraus gewonnenen Ergebnisse sollen in einem Bericht zusammengefasst werden und über eine Fortsetzung entscheiden. Zudem können auf Grundlage der Erfahrungen mit einem Fahrradvermietsystem im kleinstädtischen Bereich Umsetzungshinweise für andere Kommunen entwickelt werden.

Weitere Infos


Impressionen

Vergrößerte Ansicht: Ein Platz mit Mietauto und Mietfahrrad-Station mit drei gelben Fahrrädern.

Mobilitätsstation (MOB) Friedrich-Ebert-Platz
(© LNVG)

Vergößerte Ansicht: Fahrrad im Detail: Pedale, gelber Rahmen und ein Rad mit dem Schutzblech-Schriftzug: ICH RADLE FÜR GIGU-TE LUFT

Vier Partner setzen sich für GiGu-te Luft ein.
(© LNVG)

Drei gelbe Fahrräder parken an der Mietstation.

Mietradstation Neckarstraße
(© LNVG)