VHT aktuell

Kreischef startet Initiative für bessere Schülerbeförderung zum Schutz vor Corona: Unterrichtsbeginn flexibel gestalten, Schülerströme entzerren und zusätzliche Busverbindungen

Landrat Ulrich Krebs, die Bürgermeister der Hochtaunus-Kommunen, das staatliche Schulamt, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) und der Kreiselternbeirat setzen sich für eine bessere Schülerbeförderung im Hochtaunuskreis ein. „Die Sicherheit in den Schul-bussen und an den Haltestellen für die Schülerinnen und Schüler ist ein wichtiges Thema, bei dem die zuständigen Stellen alle eng zusammenarbeiten müssen. Dies gilt besonders in Corona-Zeiten“ sagte Landrat und Schuldezernent Ulrich Krebs. Eine besondere Rolle spielt dabei der flexible Schulbeginn, der von den Schulleitern eigenständig organisiert werden kann.

Im Hochtaunuskreis besteht die Situation, dass die Busse die Schulen nicht nur zur ersten, sondern teilweise auch zur zweiten und/oder ggf. zur dritten Schulstunde anfahren. Wenn alle Schülerinnen und Schüler den Unterricht aber gleichzeitig zur ersten Schulstunde beginnen, entsteht ein Engpass in den Bussen, weil sie dann stark besetzt sind. Hinzu kommt, dass bei der Schülerbeförderung auch die Stehplätze zu berücksichtigen sind. Ein Bus mit beispielsweise 40 Sitzplätzen hat damit gleichzeitig rund 50 Stehplätze. Es kommt dann vor, dass die Schüler dicht gedrängt in den Bussen sitzen oder stehen“, erklärt der Geschäftsführer des Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT), Frank Denfeld.

Dieselben Busse fahren die Schulen auch zur zweiten Schulstunde an, sind jedoch deutlich geringer ausgelastet. Eine der effektiven Lösungen liegt daher im gestaffelten Schulbeginn: „Wird der Schulunterricht so umorganisiert, dass ein Teil der Schulklassen erst zur zweiten oder gar zur dritten Schulstunde beginnen, so können diese Schüler mit Bussen fahren, die aktuell kaum oder weniger besetzt sind. Dadurch verbessert sich die die Beförderungsqualität für alle enorm“, erklärt Denfeld. „Wir sorgen für die bessere Busbeförderung, die Schulleitungen organisieren den Schulplan so, dass ein Teil der Klassen erst zur zweiten oder dritten Schulstunde beginnen. Dadurch ergibt sich eine dauerhafte Verbesserung der Schülerbeförderung.“

„Uns allen ist bewusst, dass es mit viel Arbeit verbunden ist, den kompletten Schulplan umzustellen. Auch für Eltern bedeutet dies, eine gewisse Flexibilität aufzubringen, weil die Kinder und Jugendlichen ggf. etwas später zur Schule fahren bzw. erst später wieder nach Hause kommen. Dennoch halten wir alle die Vorteile als Lösung für überzeugend“, fügt Krebs hinzu.

So werden die Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach und die Christian-Wirth-Schule in Usingen ab dem Schulbeginn nach den Herbstferien den Unterrichtsbeginn in den Jahrgangsstufen neun und zehn auf die zweite bzw. dritte Stunde verlegen. Der spätere Unterrichtsbeginn betrifft die älteren Schüler*innen, um ein Betreuungsproblemen bei den jüngeren Schülern vorzubeugen. Damit die Schüler auch zu den neuen Zeiten zur Schule bzw. nach Hause kommen, baut der VHT sein Angebot weiter aus. Es werden eine Vielzahl neuer Fahrten angeboten. Das Angebot auf den Li-nien 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 69, 80 und 82 wird erweitert.

 

Alle Fahrpläne sind unter Linienfahrplan abrufbar und in die RMV-Verbindungsauskunft eingearbeitet. Die neuen Fahrten sind:

  • eine Fahrt der Linie 59: Grävenwiesbach - Usingen
  • zwei Fahrten der Linie 60: Seelenberg - Oberems
  • eine Fahrt der Linie 60: Seelenberg - Neu-Anspach
  • zwei Fahrten der Linien 61/65: Neu-Anspach - Wernborn
  • eine Fahrt der Linie 63: Friedrichsthal- Neu-Anspach
  • eine Fahrt der Linien 63 und 64: Obernhain - Usingen
  • eine Fahrt der Linie 64: Usingen - Wehrheim
  • eine Fahrt der Linie 65: Friedrichsthal - Usingen
  • eine Fahrt der Linie 65: Usingen - Wernborn
  • eine Fahrt der Linie 69: Niederlauken - Neu-Anspach
  • eine Fahrt der Linie 80: Niederreifenberg - Usingen
  • eine Fahrt der Linie 80: Usingen - Schmitten
  • eine Fahrt der Linie 82: Riedelbach - Usingen
  • eine Fahrt der Linie 82: Usingen - Westerfeld
  • zwei Fahrten der Linie 82: Neu-Anspach - Hunoldstal

Des Weiteren verkehrt bereits ein zusätzlicher Bus der Linie 91 ab „Kronberg Altkönigschule“ nach Steinbach.

Zum Schulstart nach den Herbstferien werden sich auch die Abfahrtszeiten der Busse zur Jürgen-Schuhmann-Schule ändern. Dieses Schuljahr waren die Busse teilweise verspätet, da sie aufgrund der höheren Anzahl an Elterntaxis bei ihren vorherigen Fahrten in Königstein und Neu-Anspach im Stau standen. Da der VHT die Abhängigkeit der Busse zur Jürgen-Schuhmann-Schule von den Verkehren zu den weiterführenden Schulen verringert, werden die Busse nach den Herbstferien pünktlicher sein.

Aufgrund der Vielzahl an Änderungen gehen alle Beteiligten davon aus, dass der Schulstart zu deutlichen Verbesserungen im Busverkehr führen wird. Der Landkreis und der VHT werden weiterhin die Situation genau evaluieren und bei Bedarf zeitnah nachsteuern. Auf einzelnen Verbindungen werden zusätzliche Reisebusse als freigestellter Schülerverkehr eingesetzt, falls die Schulzeitstafflung als einzelne Maßnahme nicht ausreicht.

Nicht betroffen sind: Taunusgymnasium Königstein, Bischof-Neumann-Schule und die Sankt-Angela-Schule. Allen drei Schulen ist die Problemlage bekannt. Eine gestaffelte Anfangszeit ist an diesen Schulen leider noch nicht gewünscht.