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Pressemitteilungen 2018

Hand in Hand in Richtung Zukunft: Öffentlicher Nahverkehr braucht öffentliche Finanzierung

Finanzminister Dr. Schäfer kommt nach Darmstadt / RMV und Partner stellen Projekte für die Zukunft des Nahverkehrs vor / Ehrung der VIAS-Krisenberatung als „Menschen des Respekts“

Bei einem Rundgang durch den Darmstädter Hauptbahnhof hat sich der Hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer unter dem Motto „Hand in Hand in Richtung Zukunft“ vor Ort über die Zusammenarbeit und die Projekte informiert, mit denen der RMV und seine Partner die Fahrgastströme der Zukunft angehen. Gemeinsam mit Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV und Sprecher der Geschäftsführung, besuchte er an mehreren Stationen stellvertretend für alle RMV-Partner das Verkehrsunternehmen HEAG mobilo, die Lokale Nahverkehrsorganisation DADINA und die DB Vertrieb GmbH. Dabei wurde deutlich: Der RMV und seine Partner haben viel vor.

„Das Land Hessen setzt sich mit Nachdruck für den Öffentlichen Nahverkehr ein. Die gegenwärtige Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land und den Verkehrsverbünden sichert diesen bis 2021 die Rekordsumme von rund vier Milliarden Euro für den Betrieb von Bussen und Bahnen. Allein der RMV erhält knapp drei Milliarden Euro. Darüber hinaus hat das Land Hessen gemeinsam mit den Verkehrsverbünden und auch den lokalen Nahverkehrsorganisationen, wie beispielsweise der DADINA, neue Tarifangebote geschaffen, die zu einer Steigerung der Attraktivität des ÖPNV beitragen. Auch die Stärkung der Schieneninfrastruktur in Hessen wird durch das Land unterstützt“, sagt Finanzminister Dr. Schäfer.

Neben Großprojekten wie der Regionaltangente West und dem Ausbau der S6 stehen in Hessen dutzende kleinere Projekte in den Startlöchern, um mehr Menschen mit dem ÖPNV ans Ziel bringen zu können.

„Wenn Sie fragen, was wir brauchen, dann ist das Infrastruktur, Infrastruktur, Infrastruktur“,sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Die Schienenverbindungen sind insbesondere rund um den Knoten Frankfurt an der Belastungsgrenze und jedes Jahr wächst die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet weiter. Wenn wir all diese Menschen weiterhin ans Ziel bringen wollen, brauchen wir nicht nur mehr eigene Gleise für den Nah- und Regionalverkehr zwischen den Städten, sondern auch noch umfangreichere emissionsarme Mobilitätslösungen für die Innenstädte, um im Stadtverkehr eine noch attraktivere Alternative zum Auto zu sein. Der RMV ist dabei das Dach, unter dem die Planungen von regionsübergreifenden Projekten koordiniert werden und die Bemühungen aller Partner zusammenlaufen.“

In Darmstadt soll beispielsweise das Straßenbahnnetz ausgebaut werden. „Die Stadt Darmstadt wird die Linie 2 bis zur Lichtwiese erweitern“, sagt Gerd Weibelzahl, Leiter der DADINA-Verkehrsplanung. „Außerdem wird über eine Verlängerung der Tram bis in den Westen von Griesheim konzeptionell diskutiert. Und die Straßenbahn nach Weiterstadt ist auch nicht vergessen worden.“

Chancen der Digitalisierung ergreifen

Das Verkehrsunternehmen HEAG mobilo setzt unter anderem auf die Digitalisierung, um das ÖPNV-Angebot in der Region weiter zu verbessern. Das betrifft zum einen den Ausbau der Fahrgastinformation, aber auch Entwicklungen in der Fahrzeugtechnik und den Einsatz neuer Mobilitätsformen. „Im Rahmen einer Digitalstrategie werden wir auf unseren Linien in den nächsten zwei Jahren einige Neuerungen auf den Weg bringen – das reicht von WLAN in allen unseren Bussen und Straßenbahnen, über Echtzeitinformation im Fahrzeug bis hin zu Forschungsprojekten wie der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen bei Straßenbahnen oder bedarfsorientierte Angebotsfahrten wie On Demand-Shuttleverkehren“, skizziert HEAG mobilo-Geschäftsführer Matthias Kalbfuss aktuelle Entwicklungen.

Doch auch abseits der Infrastruktur geht der Verkehrsverbund mit seinen Partnern neue Wege: Seit Beginn des Jahres sind im gesamten RMV-Gebiet 55 personenbediente Vertriebsstellen im Markenauftritt des Verbunds für die Kundinnen und Kunden bei allen Fragen rund um den Nahverkehr da. Betrieben werden die sogenannten Agenturen und Mobilitätsinfos von der DB Vertrieb GmbH, sodass im Darmstädter Hauptbahnhof der RMV-Schalter ganz einträchtig im DB-Reisezentrum neben den Bahn-Angeboten für die Fahrgäste da ist. „Die Mitarbeiter am RMV-Schalter sind zu zertifizierten Mobilitätsberaterinnen und –beratern geschult worden und so kompetente Ansprechpartner in Sachen Nahverkehr“, sagt Peter Tinz, Verkaufsbezirksleiter Hessen Rhein-Main bei der DB Vertrieb GmbH. Unterstützt werden diese Vertriebsstellen von Mobilitätszentralen, die von lokalen Partnern wie HEAG mobilo und der DADINA betrieben werden.

Ehrung der VIAS-Krisenberatung

„Damit Nahverkehr gelingt, müssen viele Rädchen ineinander greifen“, fasst Ringat den Tag zusammen. „Aber all unsere Projekte wären nichts ohne engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind das Rückgrat, ohne das der ÖPNV nicht funktionieren kann.“ Noch beeindruckender ist es, wenn sich Menschen über die Maße für ihren Beruf und ihre Kolleginnen und Kollegen einsetzen – wie die Krisenberatung des RMV-Partners VIAS. Vor sieben Jahren gründete sich die ehrenamtliche Gruppe, um Kolleginnen und Kollegen nach einem traumatischen Ereignis, wie beispielsweise einem Schienensuizid, seelsorgerisch beizustehen. Mittlerweile besteht das Team aus vier Zugbegleiterinnen, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für ihre Kolleginnen und Kollegen bereit stehen – auch bei Problemen in der Familie und anderen schwierigen Lebenslagen. „Was die Mitglieder der Krisenberatung leisten, ist außerordentlich. All die Wertschätzung und den Respekt, den Sie mit Ihrer Arbeit Ihren Kolleginnen und Kollegen zukommen lassen, möchten wir Ihnen heute entgegenbringen. Ihr Engagement soll Vorbild für unsere Gesellschaft sein“, so Staatsminister Dr. Schäfer, der das Team im Namen der Hessischen Landesregierung als „Menschen des Respekts“ auszeichnete.

Franz Reh, Geschäftsführer der VIAS, sieht das ganz genau so: „Die Krisenberatung ist gelebte Solidarität unter den Mitarbeitern. Sie ist ein Gewinn für die VIAS und in der gesamten Belegschaft hochangesehen. Wir sind froh und dankbar, solch engagierte Mitarbeiter zu haben.“