Zum Inhalt springen

RMV aktuell

Eppstein: Der fünfte "Bahnhof des Jahres" im RMV-Gebiet

Bahnhofsgebäude und Bahnsteig mit Gleis in Eppstein

Bahnhof und Bahnsteig in Eppstein
(© RMV/Herbert Kranz)

Seit Sommer 2004 prämiert das Verkehrsbündnis "Allianz pro Schiene" einmal jährlich den aus Kundensicht besten Bahnhof, der durch besondere Infrastruktur, Service und Architektur herausragt. 2018 darf sich der Bahnhof in Eppstein mit dem begehrten Titel "Bahnhof des Jahres" schmücken. Die Auszeichnung geht damit zum fünften Mal an einen Bahnhof im RMV-Gebiet - ein Beweis dafür, wie gut das Stationsentwicklungsprogramm des Verkehrsverbunds funktioniert. 

Die gute Visitenkarte des Nahverkehrs

Über 14 Jahre hinweg - zwischen 2003 und 2016 - wurde der Bahnhof Eppstein grundlegend modernisiert. Heute besticht er durch einen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen, ein durchgängiges taktiles Leitsystem für Sehbehinderte und einen kombinierten Bahn-Bussteig, der den direkten Umstieg zwischen Bahn und Bus ermöglicht.

Eine behindertengerechte WC-Anlage, überdachte Abstellplätze für Fahrräder – darunter 24 Fahrradgaragen mit E-Bike/Pedelec-Ladeboxen – sowie eine Park+Ride-Anlage mit über 200 Stellplätzen stehen ebenfalls zur Verfügung.

In der RMV-MobilitätsInfo, die sich im grundsanierten Empfangsgebäude befindet, können sich Fahrgäste über Verbindungen und Tarifangebote informieren. In das Gebäude integriert sind zudem das Bürgerbüro der Stadt Eppstein sowie die Kulturgaststätte "Wunderbar Weite Welt".

Fünf ausgezeichnete Bahnhöfe in acht Jahren

Das Eppsteiner Beispiel zeigt, wie erfolgreich das RMV-Programm zur Stationsentwicklung ist: Die Auszeichnung zum "Bahnhof des Jahres" geht 2018 schon zum fünften Mal an einen Bahnhof im RMV-Gebiet – nach Darmstadt (2010), Oberursel (2013), Hünfeld (2014) und Marburg (2015). Keine andere Region in Deutschland hat damit mehr prämierte Bahnhöfe vorzuweisen als das RMV-Gebiet.

Eine Modernisierung in fünf Etappen

Bauabschnitt 1: Das Empfangsgebäude (2003 - 2007)

"Das Alte bewahren - das Neue wagen" galt als Leitidee für die Sanierung des Bahnhofgebäudes. Das Fachwerk wurde freigelegt, die Fassaden aufwändig saniert, die alten Holzfenster sowie der Deckenfries in der Bahnhofshalle restauriert. Das traditionsreiche Gebäude erhielt einen modernen, transparenten Anbau. Heute finden Fahrgäste im Bahnhof die RMV-MobilitätsInfo, das Bürgerbüro, eine behindertengerechte WC-Anlage sowie eine Kulturgaststätte, die mit Blick auf die Burg lockt.

Bauabschnitt 2: Die Schwarzbach-Brücke für Fußgänger und Radfahrer (2008 - 2009) 

Im Oktober 2009 wurde die neue Schwarzbach-Hängebrücke eingeweiht: Sie bietet Fußgängern und Radfahrern eine barrierefreie Verbindung zwischen Innenstadt und Bahnhof – getrennt vom Autoverkehr, der über die denkmalgeschützte Sandsteinbrücke fließt.

Bauabschnitt 3: Der neue Tunnel (2010 - 2013)

Über 130 Jahre lang waren die Züge durch den alten Tunnel gefahren. Die Entscheidung fiel für einen kompletten Neubau – um auf dieser stark frequentierten Strecke eine lange Sperrung zu vermeiden, wie sie für eine Renovierung nötig geworden wäre. Die 339 Meter lange neue Tunnelröhre wurde an Ostern 2013 eröffnet. Am gleichen Wochenende wurde auf der Westseite des Bahnhofs die neue Eisenbahnbrücke über den Daisbach eingeschoben. 

Im gleichen Bauabschnitt wurden die Bahnsteiganlagen erneuert, zwei Aufzüge gebaut und die Fußgängerunterführung renoviert.

Bauabschnitt 4: Die Verkehrsfläche vor dem Bahnhofsgebäude (2014 – 2015)

Da für den Tunnelneubau die Gleise verlegt wurden, haben die Busse nun Platz, um direkt am Bahnhof zu wenden. Für die Fahrgäste verkürzt das den Weg zwischen Bus und Bahn erheblich. Bus- und Bahnsteig wurden überdacht. Angelegt wurden außerdem Kurzzeitparkplätze, Behinderten-, Bike+Ride-, Kiss+Ride- sowie Taxenstellplätze. Ein weiteres Highlight sind die 24 Fahrradgaragen mit Ladeboxen für E-Bikes/Pedelecs.

Bauabschnitt 5: Die Verkehrsfläche gegenüber dem Bahnhofsgebäude (2016)

Die letzte Etappe war 2016 der Bau der großen Park+Ride-Anlage: Über 200 Stellplätze sind stufenfrei direkt vom Bahnsteig aus zu erreichen.

Vorbildfunktion für das RMV-Gebiet

In Eppstein ist ein moderner Bahnhof entstanden, der Vorbildfunktion für das RMV-Gebiet hat. Durch das RMV-Stationsentwicklungsprogramm sind bereits 194 Bahnhöfe barrierefrei, an weiteren 78 Bahnhöfen wird der Einstieg durch eine Rampe oder maximal eine Stufe erleichtert. RMV-Geschäftsführer Professor Knut Ringat versteht die Auszeichnung als Ansporn dafür, das Niveau aller Bahnhöfe im RMV-Gebiet auf einem hohen Level zu etablieren.


Bahnhof Eppstein: Bahnhof des Jahres 2018


Der Bahnhof Eppstein in Bildern

Ein kombinierter Bus- und Bahnsteig in Eppstein

Zwei in einem: Bus und Bahnsteig
(© rms GmbH)

Die Fahrradboxen am Eppsteiner Bahnhof

Fahrradboxen: sicher und wetterfest
(© rms GmbH)

Das modernisierte Bahnhofsgebäude

Das moderne Bahnhofsgebäude wird vielseitig genutzt
(© rms GmbH)