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RMV aktuell

Wasserdampf statt Dieselruß

iLint - Regionalzug Coradia Lint mit Wasserstoff-Antrieb

iLint - Regionalzug Coradia Lint mit Wasserstoff-Antrieb
(© Alstom)

Bahnfahren soll bald noch umweltfreundlicher werden: Der Zug der Zukunft fährt ohne Emissionen, nutzt Wasserstoff als Energiequelle und ist leiser als ein Dieselzug. Der Brennstoffzellenzug "Coradia iLint" hat jetzt auf einer Testfahrt gezeigt, was er kann.

Testfahrt in die Zu(g)kunft

Vorhang auf für den ersten brennstoffzellengetriebenen Regionalzug der Welt! Auf einer Sonderfahrt von Wiesbaden nach Frankfurt-Höchst konnten sich rund 150 Passagiere einen Eindruck von der Technik des "Coradia iLint" von Alstom verschaffen.

Der Clou: Die Brennstoffzelle gewinnt elektrische Energie aus der Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser. Statt Abgasen entsteht dabei lediglich Wasserdampf. Außerdem ist der Zug mit einer Batterie ausgestattet, die die an Bord erzeugte elektrische Energie zwischenspeichert und Bremsenergie rückgewinnt. Mit einer Tankfüllung voll Wasserstoff fährt der Triebwagen bis zu 1.000 Kilometer weit - und bis zu 140 Stundenkilometer schnell.

Emissionsfrei durch Hessen ab 2022

Derartige neue "Dampfzüge" sollen ab Ende 2022 auf vier Regionalzuglinien im RMV-Gebiet unterwegs sein: Aktuell bereitet der Rhein-Main-Verkehrsverbund eine europaweite Ausschreibung über bis zu 26 emissionsfreie Fahrzeuge vor. Was den umweltfreundlichen, leisen Brennstoffzellen-Antrieb so interessant macht: Auf Schienenstrecken ohne Oberleitung kann er die Dieselzüge ersetzen, wo eine Elektrifizierung deutlich kostspieliger wäre.

Auftanken in Höchst

Die RMV-Bahnlinien RB11 (Frankfurt-Höchst - Bad Soden), RB12 (Frankfurt - Königstein), RB15 (Frankfurt - Bad Homburg - Brandoberndorf) und RB16 (Friedrichsdorf - Friedberg) eignen sich aus zwei Gründen besonders für den Wasserstoffantrieb: Erstens ist die Taunusstrecke nicht beziehungsweise nur teilweise elektrifiziert - und zweitens liegt mit dem Industriepark Höchst die passende Tankstelle direkt in der Nähe. Dort fallen jeden Tag sieben Tonnen Wasserstoff als Nebenprodukt an - eine Menge, die für den voraussichtlich benötigten Verbrauch mehr als ausreicht. Das passende Tankstellen-Konzept liegt bereits vor. 

Bequem, vernetzt und nachhaltig

Egal, welcher Hersteller die Ausschreibung gewinnt: Die neuen Züge bringen natürlich auch den passenden Fahrgast-Komfort mit. Sie bieten deutlich mehr Platz, WLAN und modernste Fahrgastinformationssysteme. Vor allem aber ist der Einsatz von Brennstoffzellenzügen auf der Taunusstrecke für den RMV ein weiterer wichtiger Schritt zu einem noch umweltfreundlicheren und leiseren Nahverkehr. Denn: Der ÖPNV ist der Schlüssel zur Erreichung der Klima-Ziele.