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RMV aktuell

Jetzt ist Zeit zum Surfen

Schon bald wird in allen 191 S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet kostenloses Internetsurfen möglich sein. Nach und nach statten die Deutsche Bahn und der RMV die Züge der 9 Linien mit WLAN-Netzen aus. Der RMV investiert dafür rund fünf Millionen Euro. Doch wie kommt das Signal in die Züge? Welche Teile müssen die Fachleute verbauen und welche Arbeiten erledigen, damit die Fahrgäste in den S-Bahnen kostenlos und komfortabel ins Internet können? Antworten gibt es in der Elektrotriebfahrzeug (ET-)Werkstatt in Frankfurt.

Eine S-Bahn wird mit WLAn-Piktogrammen beklebt.

Erkennbar sind die umgerüsteten Züge an den bekannten WLAN-Symbolen.
(© rms GmbH)

Mobiles Serviceteam im Einsatz

In der Werkstatt, die 2006 in einer ehemaligen Lagerhalle der Post errichtet wurde, fällt alles etwas größer aus. Um zu dem Gleis zu gelangen, auf dem gerade eine S-Bahn für die WLAN-Nutzung umgerüstet wird, müssen folglich einige Meter zurückgelegt werden - vorbei an Zügen, die kontrolliert oder von Graffiti befreit werden. Es herrscht eine erstaunlich ruhige Atmosphäre, nur hier und da ertönt ein Radio von einem der rund 125 Mitarbeiter, die in drei Schichten rund um die Uhr arbeiten. Für den WLAN-Einbau sind seit Juli zudem Mitarbeiter der Fahrzeuginstandhaltung aus Wittenberge mit einem Mobilen Serviceteam im Auftrag der S-Bahn Rhein-Main im Einsatz.

WLAN aus dem Baukasten

Diese S-Bahn wird mit WLAN ausgestattet.

Diese S-Bahn wird mit WLAN ausgestattet.
(© rms GmbH)

Am Gleis angekommen, erklärt ein Bahn-Mitarbeiter, dass die Umrüstung, die pro Bahn mit 150 Arbeitsstunden veranschlagt wird, zunächst mit dem Anbringen von zwei Außenantennen auf dem Dach der S-Bahn beginnt. Zudem müssen die bestehenden Leitungen an den Wagenübergängen um weitere Leitungen für die WLAN-Nutzung ergänzt werden. Eine äußerst diffizile Angelegenheit. Diese Arbeiten erfolgen an einem sogenannten Dacharbeitsstand. 

Wenn dieser erste Teil der Umrüstung erfolgreich abgeschlossen ist, wird das Fahrzeug für den Innenausbau vom Dacharbeitsstand zum nächsten Gleis transportiert.

Eine der zwei Außenantennen

Eine der zwei Außenantennen am Dach der S-Bahn, die das Mobilfunk-Signal einfangen.
(© Deutsche Bahn AG)

Wagenübergang am Dach der S-Bahn

Wagenübergäng am Dach der S-Bahn - ergänzt um zusätzliche Leitungen für den WLAN-Betrieb.
(© Deutsche Bahn AG)

Im Inneren der S-Bahn haben Techniker an einigen Stellen die Deckenverkleidungen abgenommen, Kabel baumeln von der Decke. Neben den zwei bereits verbauten Außenantennen erhält die S-Bahn nun einen Box-PC, der aus Rechner, Router, drei Modems und Festplatte besteht. Dazu kommen drei Access-Points mit jeweils einer Innenantenne, die später die Signale der Endgeräte der Fahrgäste auf den Router übermitteln.

Deckenteile sind ausgebaut, Kabel hängen von der Decke.

Deckenteile sind ausgebaut, Kabel hängen von der Decke: Der Wagen mit der Nummer 2951 wird umgerüstet.
(© rms GmbH)

Von vorn bis hinten verlegen die Mitarbeiter im Fahrzeug ca. 260 Meter neue Kabel und setzen rund 350 Bauteile ein. Das Material wird als vorgefertigter Baukasten aus dem DB Fahrzeuginstandhaltungswerk Wittenberge angeliefert und erst in Frankfurt zusammengesetzt. Später, wenn die Spezialisten alle Teile des Bausatzes zusammengesetzt haben, wird geprüft, ob das installierte System funktionsfähig ist und alle Modems senden.

Rechner, der direkt über einer Tür sitzt.

Der Box-PC einer WLAN-Bahn, bestehend aus Rechner, Router, Modem und Festplatte. Er sitzt direkt über einer Tür.
(© rms GmbH)

Access-Point mit Innenantenne

Einer von drei Access-Points mit einer Innenantenne, die die Signale der Endgeräte der Kunden an den Router übermitteln.
(© rms GmbH)

Baukastensystem

Baukastensystem: Das Material wird in Wittenberge vorbereitet und in Frankfurt verarbeitet.
(© rms GmbH)

Während die technische Umrüstung noch in vollem Gange ist, bringen zwei Bahn-Mitarbeiter ein großes Piktogramm auf einer Scheibe der S-Bahn an, das dauerhaft bestehen bleiben wird. Außerdem kleben sie WLAN-Symbole an die Türen, in den Innenbereich und an das jeweilige Kopfende des Zuges. Schließlich soll für die Fahrgäste erkennbar sein, dass es sich um eine WLAN-fähige Bahn handelt. In Summe handelt es sich um 24 Piktogramme je Bahn und  einen Arbeitsschritt, der rund vier Stunden Zeit in Anspruch nimmt.

Eine S-Bahn, die mit dem Schriftzug Jetzt ist Zeit zum Surfen beklebt ist.

Kostenfreies Internet in der S-Bahn: Alle Züge werden bis Ende 2019 mit WLAN ausgestattet.
(© rms GmbH)

Damit ist der WLAN-Einbau - hier dargestellt im Schnelldurchlauf - abgeschlossen. Diese S-Bahn kann in Kürze zurück auf die Schiene. Für den Umbau weiterer S-Bahnen stehen die Baukästen in der Frankfurter S-Bahn-Werkstatt schon bereit ...

Komplette Ausrüstung aller S-Bahnen bis Ende 2019

Seit Juli 2018 sind knapp 60 Züge mit entsprechender Technik ausgestattet. Die Wagen der Baureihe ET 423, die gerade umgerüstet werden, fahren auf den S-Bahn-Linien S2, S3, S4, S5 und S6. Ab März, wenn der Umbau der Baureihe 430 startet, können auch die Fahrgäste, die in der S1, S7, S8 und S9 unterwegs sind, kostenlos surfen. Bis Ende 2019 soll der letzte S-Bahn-Wagen umgebaut sein.