Mittelhessen-Express: Mit neuem Betreiber mehr Fahrten und Platz

Außenansicht Coradia Continental

Zurzeit in Südhessen genutzter Coradia Continental.
© fahma GmbH/Lederer

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Nordhessische VerkehrsVerbund (NVV) vergeben den neuen Verkehrsvertrag für das Mittelhessennetz ab Dezember 2023 an die Hessische Landesbahn. Für die Fahrgäste heißt das: Das Fahrplanangebot wird in zwei Schritten ausgeweitet und fabrikneue Züge mit höchstem Komfort kommen zum Einsatz. Das Sitzplatzangebot in den Zügen wächst und von zahlreichen Stationen aus gibt es künftig deutlich mehr Direktfahrten nach Frankfurt.

Das Mittelhessennetz umfasst die Linien:

  • RB40 (Frankfurt – Gießen – Dillenburg),
  • RB41 (Frankfurt – Gießen – Marburg – Schwalmstadt-Treysa),
  • RB49 (Hanau – Friedberg),
  • sowie die neue Linie RB37 (Frankfurt – Gießen).

Von allen Stationen in Mittelhessen stündlich nach Frankfurt

Das derzeitige Linienkonzept der Linien RB40 und RB41 wird fortgesetzt, sodass weiterhin den ganzen Tag über Direktverbindungen von allen Stationen entlang beider Linien nach Frankfurt angeboten werden.

Die RB40/41 fährt ab Dezember 2023 weiterhin jeweils zweistündlich schnell von Gießen nach Frankfurt, wobei sie zwischen Gießen und Friedberg nur in Butzbach und Bad Nauheim hält. In den jeweils anderen Stunden ist sie mit langsameren Fahrzeiten unterwegs und bedient alle Unterwegshalte. Dieses Angebot wird mit der neuen Linie RB37 zwischen Gießen und Frankfurt ergänzt, die zwischen Gießen und Friedberg in den Stunden an allen Bahnhöfen hält, in denen die RB 40/41 schneller unterwegs ist. Ab Dezember 2026 wird durch Veränderungen im Fahrplan der Fernverkehrszüge, welche dieselben Gleise nutzen, eine bessere Sortierung der Zugfahrten möglich: Die RB40/41 verkehrt dann stündlich mit der schnellen Fahrzeit, die RB37 stündlich mit allen Halten zwischen Gießen und Friedberg.

Gegenüber dem heutigen Fahrplan bedeuten die Änderungen für Großen-Linden, Langgöns, Kirch-Göns und Ostheim tagsüber erheblich mehr Direktfahrten zum Frankfurter Hauptbahnhof. In der Hauptverkehrszeit wird wie bereits heute das Angebot auch künftig noch um weitere Fahrten verdichtet.

Die Linie RB49 fährt künftig nur noch zwischen Hanau und Friedberg. Dort werden montags bis freitags Fahrten ergänzt, so dass dann von frühmorgens bis abends ein Halbstundentakt gilt. Zu Schülerverkehrszeiten gibt es weiterhin verlängerte Fahrten zum Schulstandort Bad Nauheim.

Mehr Platz in fabrikneuen Zügen

Die 32 fabrikneuen Fahrzeuge des Typs ALSTOM Coradia Continental werden in zwei Größen beschafft und bieten pro Fahrzeug 200 bzw. 280 Sitzplätze. Außerhalb der Hauptverkehrszeit stehen Fahrgästen bereits mit Start des Verkehrsvertrags im Dezember 2023 bis zu 560 statt 430 Sitzplätze zur Verfügung. In der nachfragestarken Hauptverkehrszeit wächst das Angebot von 705 auf 840 Sitzplätze.

Die Einstiegshöhe ist mit 60 Zentimetern so gewählt, dass der Einstieg auch von niedrigeren Bahnsteigen möglichst komfortabel möglich ist. Alle Fahrzeuge verfügen über einen Schiebetritt, der je nach Bahnsteighöhe als Spaltüberbrückung zum Bahnsteig oder Trittstufe dient. Für Mobilitätseingeschränkte stehen Zugangsrampen zur Verfügung. Neben einem großzügigen Mehrzweckbereich für Fahrräder, Fahrgäste mit Gepäck oder Rollstühle sind optische und akustische Fahrgastinformation, Steckdosen am Platz oder Videoüberwachung obligatorisch. Zudem bieten alle neuen Fahrzeuge kostenloses WLAN.