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RMV aktuell

Mehr Fahrten, Ausbau der Infrastruktur, Prüfung eines Seniorentickets – RMV-Aufsichtsrat beschließt Mobilitätsstrategie 2030

Abstrakte Darstellung globaler Vernetzung anhand der Erde

(© Shutterstock/Pasko Maksim)

Um Luftverschmutzung und Dauerstaus zu verringern, werden Busse und Bahnen zukünftig immer wichtiger werden. Durch einen Mix aus attraktiven Tarifen, mehr Fahrten, hoher Qualität und vernetzten Mobilitätsangeboten soll der öffentliche Nahverkehr in Zukunft noch attraktiver werden. Diese und weitere Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Mobilitätsstrategie, mit der sich der RMV-Aufsichtsrat am Dienstag in Bad Homburg beschäftigte.

Kurzfristige Ausweitung des Fahrplanangebots geplant

Um der steigenden Fahrgastnachfrage zu entsprechen, werden über die bereits feststehenden Fahrplanausweitungen im Fahrplan 2019 hinaus neue Linien und Fahrten angedacht. Da im Zugverkehr aufgrund der hohen Schienenauslastung in den Spitzenstunden morgens zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr sowie nachmittags zwischen 16.00 Uhr und 18.00 Uhr kaum mehr zusätzliche Züge bestellt werden können, soll die Ausdehnung der Hauptverkehrszeiten weitere Kapazitäten ermöglichen. Dazu werden zusätzliche Fahrzeuge im S-Bahn- und Regionalverkehr beschafft und sukzessive bis 2020 sowohl für weitere Fahrten als auch für verlängerte Züge eingesetzt. Darüber hinaus soll das seit 2016 im großen Stil eingeführte Expressbusnetz erweitert werden. Im Jahr 2018 nutzten bisher bereits 15.000 Fahrgäste werktäglich die neuen Angebote. Da die Umsetzung geplanter Schienenausbauten oftmals noch viele Jahre dauern wird, prüft der RMV zusätzlich zu den bisherigen tangentialen Expressbuslinien solche, die zumindest teilweise Schienenstrecken ergänzen können.

Maßnahmenmix für mehr Fahrgäste

Damit zusätzliche Fahrgäste Platz in Bus und Bahn finden und Stau auf den Schienen nicht zu Verspätungen führt, ist ein umfangreicher Ausbau der Infrastruktur notwendig. Dazu gehört u.a. der geplante Fernbahntunnel sowie der Bau der Nordmainischen S-Bahn, welche die östliche Innenstadt Frankfurts, Maintal sowie westliche Stadtteile Hanaus besser anbinden.

Als eine der nächsten Maßnahmen wird geprüft, ob nach dem Vorbild des Schülertickets Hessen auch Seniorinnen und Senioren für 365 Euro pro Jahr im kompletten Verbundgebiet unterwegs sein können.

RMV: Vorreiterrolle bei Digitalisierung

Ein Schlüssel für neue Services und die einfachere Nutzung von Bus und Bahn ist die Digitalisierung, bei der der RMV in Deutschland eine Vorreiterstellung einnimmt. Eines der wichtigsten Projekte hierbei ist "Mobility Inside", eine gemeinsame Plattform der deutschen Nahverkehrsbranche, die es den Fahrgästen ermöglicht, anbieter- und regionsübergreifende Fahrkarten für die gesamte Wegekette zu erwerben. Egal, ob die Fahrt mit Regionalzug oder ICE, in Hessen oder Berlin stattfindet: Mit Mobility Inside können Fahrgäste sich in der gewohnten App, wie zum Beispiel der RMV-App, informieren, das Ticket buchen und bezahlen.

Um die Initiative weiter zu fördern, stimmte der Aufsichtsrat zu, dass sich der RMV an der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft beteiligt. Da immer mehr Menschen aus Nachbarregionen außerhalb Hessens ins Rhein-Main-Gebiet pendeln, plant der RMV neben digitalen Tarifentwicklungen auch im bestehenden Tarif verstärkt Kooperationen, zum Beispiel in Richtung Aschaffenburg.