Flexibel ans Ziel: RMV startet einzigartiges On-Demand-Projekt

Vertreter von RMV und Deutscher Bahn zum Projektstart

RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat und Berthold Huber, DB-Vorstand Personenverkehr
© RMV/Arne Landwehr

Ab Januar 2021 können Fahrgäste im Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main ganz ohne Fahrplan von A nach B kommen: mit so genannten On-Demand-Angeboten, komfortabel buchbar mit einer einzigen App. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund startet dazu zusammen mit neun lokalen Partnern ein Projekt, bei dem etwa 150 emissionsfreie Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Profitieren können davon bis zu 1,8 Millionen Menschen.

Eine App - mehrere Angebote

Mit einer für alle Partner einheitlichen App können Fahrgäste sieben Tage die Woche einen emissionsfreien Shuttle-Service buchen. Die Einzelfahrten im privaten Pkw werden durch so genanntes Ridepooling ersetzt: Durch den intelligenten App-Algorithmus werden Personen, die ähnliche Ziele haben, zusammengeführt und können sich so als Fahrgemeinschaft ein Shuttle teilen und trotzdem an ihr individuelles Ziel gelangen. Gleichzeitig wird dadurch die nachhaltige Auslastung der Fahrzeuge garantiert.

Intelligente Software

Die On-Demand-Plattform hinter dem Projekt kommt von der DB-Tochter ioki. Mit der Software können die Interessen und Bedürfnisse von Fahrgast, Fahrer und Betreiber gleichermaßen bedient werden: Die Fahrgast-App erlaubt eine benutzerfreundliche Buchung des Shuttles, die Fahrer-App stellt dem Fahrpersonal alle relevanten Fahrtinformationen zur Verfügung und das Administrations-Tool ermöglicht dem Betreiber sowohl ein Monitoring als auch die Verwaltung des laufenden Betriebs.

Mensch mit Handy in der Hand, auf dem eine App zu sehen ist, geht Treppe hinab

© ioki GmbH

Kostengünstiges Angebot

Bereits zum 1. Januar wird die kvgOF im Kreis Offenbach als erster Partner ihr bestehendes On-Demand-Angebot "kvgOFHopper“ auf die ioki-Plattform umstellen. Die weiteren Partner folgen im Laufe des Jahres, sodass bis Ende 2021 alle neun Projekte lokal verfügbar sein werden. Da das Angebot in den bestehenden öffentlichen Personennahverkehr integriert wird, kosten die individuellen Fahrten nur einen geringen Aufpreis zum RMV-Ticket: Wer zum Beispiel im Kreis Offenbach am Königsee keinen Parkplatz mehr suchen möchte, kann für die knapp vier Kilometer zum Bahnhof in Seligenstadt für rund drei Euro den Shuttle buchen.

Zentrale Koordination - dezentrale Ausgestaltung

Der RMV verantwortet die zentrale Koordination des Projekts. Er bündelt Information, Buchung und Bezahlung und stellt den Kundenservice. Zudem entwickelt er einen Tarifrahmen für die Angebote. Die lokalen Partner sind die Verkehrsgesellschaften der Städte Frankfurt a.M. (traffiQ), Offenbach (KVG Offenbach), Hofheim (MTV), Kelsterbach (LNVG GG), Limburg an der Lahn (Stadt Limburg), Darmstadt Dieburg (DADINA), Taunusstein (RTV), Hanau (HSB), Darmstadt (HEAG mobilo). Weitere Partner kommen im Verlauf des Projekts womöglich hinzu. Die Partner steuern und gestalten das konkrete Angebot vor Ort, wie z.B. die Betriebszeiten oder die Ausrichtung auf gewisse Zielgruppen.

Grafik des RMV-Gebiets links mit Nummern der lokalen Partner. Rechts Logos von Limburg, traffIQ, RTV, kvgOF, MTV, HSB, LNVG, DADINA und Heag mobilo.

Anschluss per App: On-Demand-Shuttle in der Region Frankfurt/Rhein-Main
© Deutsche Bahn AG

Bedeutsames Projekt

Der RMV ist der erste Verkehrsverbund, der deutschlandweit ein On-Demand-Projekt über mehrere Landkreise und Kommunen hinweg koordiniert und damit eines der größten Vorhaben Europas ins Leben ruft. Das neue Angebot soll den öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen und vorstädtischen Raum stärken und mit der Nutzung von elektro- oder wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen zur Klima- und Verkehrswende beitragen. Gefördert wird das Verkehrsprojekt vom Bund mit 27 Millionen Euro.

So funktioniert's