S2-Verlängerung: RMV, Landkreise und Land Hessen stoßen Planungen an

S-Bahn in Fahrt

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Die Landkreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg besser per Schiene miteinander verknüpfen:  Im Rahmen einer umfassenden Vorstudie haben der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die beiden Kreise untersucht, wie das gelingen könnte. Als vielversprechend gelten eine Verlängerung der S2 - bis Dieburg oder bis Darmstadt. Bei beiden Varianten soll nun in tiefergehenden Planungen untersucht werden, inwiefern diese förderfähig wären.

Ziel der Planungen ist, die Mobilität zwischen den Landkreisen zu verbessern und so mehr Kommunen, und damit vielen weiteren Pendlern, eine direkte Anbindung an den Ballungsraum Frankfurt zu ermöglichen. Im Fokus stehen dabei eine engere Taktung und das Fahren ohne Umstieg.

Variante 1: Verlängerung der S2 bis Dieburg

Das beste Verhältnis von Investitionsmitteln zu den zu erwartenden Vorteilen Kosten und Nutzen ergibt die Verlängerung der S2 von Dietzenbach nach Dieburg. Das Konzept beinhaltet eine 3,1 Kilometer lange Neubaustrecke, um die Lücke im Schienennetz zwischen Dietzenbach und Urberach zu schließen. Ab Urberach könnte die S2 dann die vorhandenen Gleise der Dreieichbahn nutzen. Etwa 4.500 zusätzliche werktägliche Fahrgäste könnten so hinzukommen.

Durch Elektrifizierung und Ausbau der Bahnsteige wird in dieser Variante die bestehende Infrastruktur für den S-Bahn-Betrieb ertüchtigt. Ziel ist ein Halbstundentakt der S2 in diesem Abschnitt. Damit würde die Fahrzeit von Dieburg nach Offenbach und Frankfurt gegenüber der heutigen Verbindung mit Umstieg in die Linie S1 um bis zu eine Viertelstunde verkürzt werden. Auch wird Dieburg bei dieser Variante von Dietzenbach und Heusenstamm aus deutlich besser erreicht als bislang.

Variante 2: Verlängerung der S2 bis Darmstadt

Die Vorstudie hat zudem aufgezeigt, dass durch eine weitere Verlängerung der Linie S2 über Dieburg hinaus nach Darmstadt zusätzliche 2.000 Fahrgäste gewonnen werden könnten. Diese Variante hätte nicht nur das größte Fahrgastpotenzial, sondern würde außerdem zu einem südlichen Ringschluss der S-Bahn RheinMain führen. Das würde den Darmstädter Hauptbahnhof in seiner Bedeutung als Verkehrsdrehscheibe weiter stärken. 

Mittelfristig Halbstundentakt auf Dreieichbahn ermöglichen

Um schon vor einer S-Bahn-Verlängerung bereits in wenigen Jahren eine Verbesserung des Verkehrsangebotes auf der Dreieichbahn zwischen Rödermark-Ober Roden und Dieburg erreichen zu können, soll der derzeitige Haltepunkt Eppertshausen zum Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden. Die von Frankfurt bzw. Dreieich-Buchschlag kommenden Züge können dann halbstündlich anstatt nur stündlich nach Dieburg verlängert werden.

Nächste Schritte

Zum Abschluss der Vorstudie verständigten sich die Partner mit dem Land Hessen darüber, als nächstes eine Planungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn zu treffen. Diese beinhaltet eine Vorplanung sowie die Nutzen-Kosten-Untersuchung der beiden Varianten. Im Rahmen dieser Planungen können dann tiefergehende Untersuchungen zum genauen Streckenverlauf, zur Bautechnik und den Umweltwirkungen durchgeführt sowie die Förderwürdigkeit überprüft werden. Erweisen sich die Vorschläge als förderfähig, wäre eine Realisierung der Verlängerung bis Anfang  der 2030er-Jahre denkbar.