Ausgezeichnet: RMV erhält Hessischen Staatspreis Energie

Plakat mit der Aufschrift:

(© RMV/Christian Schumacher)

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) erhält den "Hessischen Staatspreis Energie 2020“ in der Kategorie Verkehr.

Ausgezeichnet wurden der RMV und seine Tochterfirma fahma für den Kauf und geplanten Einsatz von 27 Brennstoffzellenzügen. Unterwegs sein sollen die Züge ab 2022 auf vier nicht elektrifizierten Regionalbahnstrecken im Taunus.

Zwei Brennstoffzelleneinheiten an Bord der Fahrzeuge wandeln Wasserstoff in Energie um. Außer etwas Wasserdampf und einem leisen Summen geben die Fahrzeuge keine weiteren Emissionen an die Umwelt ab. Insgesamt werden so circa 7.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und wurde von Staatssekretär Jens Deutschendorf in einem virtuellen Festakt verliehen.

 

Hessisches Leuchtturmprojekt

Die Jury erklärte, es handele sich um ein Leuchtturmprojekt für Hessen, das nicht nur in andere Regionen Deutschlands ausstrahle, sondern auch international eine hohe Wahrnehmung bekommen werde. Überzeugt habe der innovative Charakter des richtungsweisenden Projektes.

Das Engagement des RMV umfasst dabei mehr als den reinen Kauf der Fahrzeuge: Schon 2014 unterzeichnete der Verbund einen Letter of Intent, um die Entwicklung von Brennstoffzellenzügen voranzutreiben. Er beauftragte mit Unterstützung des Landes Hessen eine Machbarkeitsstudie zum Thema Wasserstoff-Betankung und ließ vom TÜV die Wirtschaftlichkeit von Wasserstoffzügen gegenüber Dieselzügen über den Lebenszyklus der Fahrzeuge von 25 Jahren bestätigen, bevor der RMV-Aufsichtsrat 2017 die Ausschreibung von Zügen mit Brennstoffzelle befürwortete.

Weltgrößte Wasserstoff-Zugflotte im Personenverkehr im RMV

Das Konzept besteht aus der Beschaffung der zum jetzigen Zeitpunkt weltweit größten Flotte von mit Wasserstoff angetriebenen Schienenfahrzeugen des Personenverkehrs inklusive deren Wartung und der Sicherung der Wasserstoffversorgung und Betankung. 

Schon im Mai 2019 bestellte die RMV-Tochter fahma die 27 Brennstoffzellenzüge beim französischen Hersteller Alstom. Ab Dezember 2022 ersetzen sie die bisherigen mit Diesel betriebenen Züge auf den Linien

  • RB11 (Frankfurt-Höchst – Bad Soden),
  • RB12 (Frankfurt – Königstein),
  • RB15 (Frankfurt – Bad Homburg – Brandoberndorf) und
  • RB16 (Friedrichsdorf – Friedberg).

Das Gesamtauftragsvolumen beziffert sich auf über 500 Millionen Euro. Die Wasserstofftankstelle wird auf dem Gelände des Industriepark Höchst errichtet.

Über den Hessischen Staatspreis Energie

Das Hessische Wirtschaftsministerium lobt den Hessischen Staatspreis für innovative Energielösungen aus und prämiert damit Beiträge, die der Erreichung einer sicheren, umweltschonenden, bezahlbaren und gesellschaftlich akzeptierten Energieversorgung in Hessen dienen. Neben dem RMV haben vier weitere mustergültige Projekte den Staatspreis Energie erhalten.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite www.hessischer-staatspreis-energie.de.


Preisträgervideo

Musikalische Unterlegung.

Einblendung des Logos "Hessischer Staatspreis Energie 2020“. Entgegenkommender blauer Wasserstoffzug (Bildquelle: Alstom).

Gesprochener Text der Sprecherin: "Schienenpersonenverkehr mit CO2-freier Antriebstechnik unter Verwendung von Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologie - ein Projekt der Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH."

Einblendung von Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH.

Gesprochener Text: "Wir sind Aufgabenträger im öffentlichen Personennahverkehr, einer der größten in Deutschland, der Rhein-Main-Verkehrsverbund. Wir schreiben regelmäßig die Leistungen aus, und wir schreiben die Leistungen inzwischen nicht nur auf der Basis der Platzkapazitäten, der Qualitäten aus für unsere Fahrgäste, sondern auch unter ökologischen Gesichtspunkten. Wir wollen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 hier im Taunusnetz in Rhein-Main 27 Wasserstoffzüge erstmalig als größte Wasserstoffflotte der Welt zum Einsatz bringen.“

Einblendung fahrender blauer Wasserstoffzüge (Bildquelle: Alstom)

Gesprochener Text von Prof. Knut Ringat: "Überall dort, wo wir keinen Fahrdraht hinbekommen, weil die Tunnel zu klein, zu alt sind oder weil es einfach vor Ort nicht funktionieren kann oder zu teuer würde, dort überlegen wir jetzt, mit Wasserstoff gegenüber dem Diesel eine Alternative anzubieten mit einer CO2-Bilanz, die sich dann sehen lassen kann. Im öffentlichen Personennahverkehr ohnehin schon nur halb so groß pro Platzkilometer gegenüber der Fahrt mit dem Auto.“

Einblendung fahrender blauer Wasserstoffzüge (Bildquelle: Alstom)

Gesprochener Text von Prof. Knut Ringat: "Wir wollen natürlich in Zukunft klimaneutral unterwegs sein und wenn ich es mit der grünen Energie, mit der grünen Elektrizität nicht kann, dann muss ich es eben mit dem grünen Wasserstoff tun. Und darauf arbeiten wir mit diesem Projekt hin.“

Einblendung von Kai Daubertshäuser, Prokurist Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH:

Gesprochener Text: "Es wird die erste Wasserstofftankstelle für Züge in der Größe, wie es hier angelegt wird, geben. Die wird hier im Höchster Industriepark errichtet.“

Einblendung vom ersten Spatenstich der Wasserstofftankstelle in Frankfurt-Höchst am 26.10.2020

Gesprochener Text von Kai Daubertshäuser: "Das gibt einen neuen Gleisanschluss, und auch eine Gleisharfe, wo die Betankungsanlagen, die Zapfsäulen stehen werden.“

Einblendung wie Mitarbeiter die Betankungsanlage betätigen.

Gesprochener Text von Kai Daubertshäuser: "Wir beziehen den Wasserstoff hier direkt von Infraserv, er wird dann ins Fahrzeug getankt, wird dann in die Brennstoffzelle eingespeist und die Brennstoffzelle wandelt ihn um in Energie auf der einen Seite und in Wasser auf der anderen Seite.“

Einblendung einer Animationsgrafik von Alstom, die die Funktionsweise des Wasserstoffs im Zug zeigt.

Gesprochener Text von Kai Daubertshäuser: "Wasserdampf ist das einzige, was es an Abgasen gibt. Also kein CO2, keine Stickoxide, keine Rußpartikel und auch keinen Feinstaub, wie es bei normalen Dieselfahrzeugen der Fall wäre.“

Einblendung von Prof. Ulrike Kramm, TU Darmstadt, Jurymitglied Hessischer Staatspreis Energie 2020

Gesprochener Text: "Bei dem hier ausgezeichneten Projekt handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt für Hessen, was nicht nur in andere Regionen Deutschlands ausstrahlen wird, sondern auch international eine hohe Wahrnehmung bekommen wird. Damit kann es zu einem gesellschaftlichen Wandel führen. Das heißt, es handelt sich hier um ein richtungsweisendes Projekt mit einem sehr hohen innovativen Charakter, was das gesamte Gutachtergremium direkt überzeugt hat.“

Einblendung von Prof. Knut Ringat (RMV-Geschäftsführer).

Gesprochener Text von Prof. Knut Ringat: "So wie wir heute Wasserstoffbusse testen, so testen wir jetzt das zusammenhängende Netz, erstmalig in dieser Größe. Ansonsten sind wir für die Zukunft in der Region Frankfurt Rhein-Main auf die Verkehrswende eingestellt, das heißt, wir investieren an vielen Stellen, um qualitätsgerecht unsere Kundinnen und Kunden in der Zukunft befördern zu können.“

Einblendung einer Fahrkarte auf einer Wiese mit der Aufschrift: Fahrkarte: Sonderfahrt Brennstoffzellenzug Wiesbaden Hbf ­- Frankfurt-Höchst.

Gesprochener Text der Sprecherin: "Der RMV und seine 100-prozentige Tochter, die fahma GmbH, erhalten den Hessischen Staatspreis Energie 2020 in der Kategorie Verkehr.“