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RMV Frankfurt aktuell

Neue Metrobusse, Expressbusse, besserer Nachtverkehr: Meilensteine zum Fahrplanwechsel

Fotomontage: Bus mit Zielanzeiger als Linie

(© Fotomontage: traffiQ/ Vogler)

Zum Fahrplanwechsel wird der Nahverkehr in Frankfurt vereinfacht und attraktiver: Ab Dezember verkehren acht "Metrobus-Linien" tagsüber und nachts wie Metrolinien im dichten Takt. Ergänzt werden sie durch städtische Expressbuslinien und der weitgehenden Aufhebung zwischen Tages- und Nachtnetz.

 

Ausbau des Nahverkehrs: Mehr und einfacher

Die Stadt plant für die Zeit nach Corona einen wachsenden Verkehr ein und baut den öffentlichen Personennahverkehr weiter aus. Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling erläuterten das neue Buskonzept: Neben mehr Kapazitäten kommen die Premium-Produkte Metrobus, Expressbus und ein weitgehend einheitliches Tages- und Nachtnetz. Dazu kommt das Taktversprechen: Täglich und rund um die Uhr.

Der Aufsichtsrat der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ hat bereits die notwendigen Beschlüsse gefasst. Die Zustimmung von Magistrat und Stadtverordneten vorausgesetzt, kann diese Attraktivitätssteigerung zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 in Kraft treten.

Weichen für die Zeit nach Corona stellen

Oberbürgermeister Feldmann und Verkehrsdezernent Oesterling gehen davon aus, dass sich die Wirtschaft nach der Corona-Pandemie relativ schnell erholen wird. Angesichts der in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Fahrgastzahlen erscheint es geraten, den bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie an seinen Grenzen arbeitenden öffentlichen Nahverkehr weiter konsequent auszubauen – allein schon vor dem Hintergrund der Herausforderungen im Klimaschutz. 

Metrobus-Linien: 24-Stunden-Betrieb und "Taktversprechen"

Acht nachfragestarke Frankfurter Buslinien erhalten ab Dezember das Label "Metrobus-Linie" und zeichnen sich durch zwei Qualitätsversprechen aus: Zum ersten an jedem Tag der Woche rund um die Uhr verkehren (Konzept 24/7). Sie werden zu einem Nachtverkehr, der zunehmend mit den Linien des Tagverkehrs identisch ist. Zweitens verkehren sie besonders häufig, fahren also ein „Metro-ähnliches“ Angebot mit "Taktversprechen": Tagsüber mindestens alle zehn Minuten, an Sonn- und Feiertagen viertelstündlich und nachts jede halbe Stunde.

Das Metrobus-Netz umfasst folgende Linien:

  • M32: Westbahnhof – Bockenheimer Warte – Miquel-/Adickesallee – Höhenstraße – Ostbahnhof
  • M34: Gallus Mönchhofstraße – Rödelheim Bahnhof – Industriehof – Dornbusch – Bornheim Mitte
  • M36: Westbahnhof – Bockenheimer Warte – Westend – Konstablerwache – Sachsenhausen Hainer Weg
  • M43: Bergen Ost – Seckbach – Bornheim Mitte
  • M55: Sindlingen Friedhof – Zeilsheim – Höchst Bahnhof – Mainberg – Zuckschwerdtstraße – Rödelheim Bahnhof
  • M60: Rödelheim Bahnhof – Heerstraße – Nordwestzentrum – Heddernheim (– Alt-Eschersheim Im Uhrig)
  • M72/M73: Nordwestzentrum – Industriehof – Rödelheim / – Westbahnhof

Expressbus-Linien: Auf schnellem Weg zum Flughafen

Das zweite Premium-Produkt sind Expressbuslinien, wie sie der RMV im regionalen Verkehr bereits mit Erfolg betreibt.

Expressbus-Linien haben einen gestrafften Linienweg und benutzen weitgehend Schnellstraßen. Im Interesse der Beschleunigung werden nur ausgewählte Haltestellen bedient. Dies sind zumeist solche, an denen wichtige Umsteigemöglichkeiten bestehen. Sie erzielen so erhebliche Fahrzeitgewinne von bis zu 15 Minuten gegenüber heutigen Busverbindungen. Ziel aller drei geplanten Expressbus-Linien ist der Frankfurter Flughafen:

  • X58: Höchst Bahnhof – Flughafen Terminal 1
  • X61: Südbahnhof – Gateway Gardens – Flughafen Terminal 1
  • X77: Cargo City Süd – Flughafen Terminal 3 – Gateway Gardens – Südbahnhof

Die Cargo City Süd und das Terminal 3 erhalten mit der Expressbus-Linie X77 erstmals eine Direktverbindung von und zur Innenstadt. Die Linie X77 wird die heutige Linie 77 ersetzen, während die Grundlinien 58 und 61 bestehen bleiben. Die Linien verkehren täglich von 4 bis 1 Uhr mindestens alle 30 Minuten.

Nachtverkehr: Fast wie am Tage

Im neuen Frankfurter Nachtverkehr gilt ein einziges Liniennetz, das in jeder Nacht im Halbstundentakt bedient wird und sich im Liniennetz faktisch nicht mehr vom Tagesnetz unterscheidet. Denn das Netz besteht aus dem 24-Stunden-Betrieb wichtiger Tageslinien. Dies sind U-Bahn- und Straßenbahnlinien, die in den Werktagsnächten durch neue schienennahe Nachtbus-Linien ersetzt werden, und die auch nachts fahrende Metrobus-Linien. Ergänzt wird dieses Netz um weitere wichtige Buslinien, die im Halbstunden- oder Stundentakt verkehren.

"Unter der Woche" gilt also das gleiche Netz wie am Wochenende. Die U-Bahnen und Straßenbahnen werden aufgrund der geringeren Nachfrage durch parallel verkehrende Nachtbus-Linien ersetzt. Damit entsteht ein Nahverkehrsnetz, das dem Konzept 24/7 folgt, also auf vielen Linien ein einheitliches Angebot an sieben Tagen die Woche und rund um die Uhr. Das nächtliche Angebot setzt sich dabei aus drei Bausteinen zusammen:

  • Die acht Metrobus-Linien verkehren täglich rund um die Uhr.
  • In den Wochenendnächten bilden vier U-Bahn- und vier Straßenbahn-Linien das Rückgrat des lokalen Nahverkehrs. Da in der Woche die Fahrgastnachfrage deutlich geringer ist, werden diese Linien dann durch Nachtbuslinien ersetzt, die bei gleicher Liniennummer dem Linienweg „der Schiene“ folgen: Der „schienennahe Nachtbus“ mit den Linien N4, N5, N7, N8, N11, N12, N16, N18.
  • Acht weitere Buslinien, die wichtige Erschließungsaufgaben in die Stadtteile hinein übernehmen. Sie verkehren im Halbstunden- oder Stundentakt.

Hinzu kommen die regionalen Leistungen des RMV mit S-Bahn und regionalen Nachtbuslinien. 


Das neue Buskonzept zum Fahrplanwechsel: Streckenführung der Linien

Grafik 1: Metrobus-Linien ab 13. Dezember 2020

Grafik: Nachtnetz werktags ab 13. Dezember 2020

Grafik 3: Nachtnetz „werktags“ ab 13. Dezember 2020
(© traffiQ)

Grafik 2: Expressbus-Linien ab 13. Dezember 2020

Grafik: Expressbus-Linien ab 13. Dezember 2020

Grafik 2: Expressbus-Linien ab 13. Dezember 2020
(© traffiQ)

Grafik 3: Nachtnetz „werktags“ ab 13. Dezember 2020

Grafik 3: Nachtnetz „werktags“ ab 13. Dezember 2020

Grafik 3: Nachtnetz „werktags“ ab 13. Dezember 2020
(© traffiQ)