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RMV Frankfurt aktuell

Linie 75 voll auf Strom

Buslinie 75 mit der Aufschrift Ich bin ein Stromer vor der Goethe-Universität Frankfurt

Die erste zu 100 Prozent elektrische Buslinie in Hessen, die als Ringlinie zwischen Bockenheimer Warte, Uni-Campus-Westend, Palmengarten und Botanischem Garten verkehrt.
(© traffiQ / Krutsch)

Sie fallen auf. Und das sollen sie auch: Die fünf neuen Elektrobusse, die ab dem 9. Dezember den Betrieb auf der Buslinie 75 übernehmen. Mit ihrem knallbunten Design und pfiffigen Aufschriften wie "Ich bin ein Stromer" werben sie markant in eigener Sache. Präsentiert wurden die Busse am Dienstag, 27. November, im Betriebshof Rebstock der städtischen In-der-City-Bus GmbH (ICB). Frankfurt ist damit die erste Stadt in Hessen, die eine ganze Buslinie auf den elektrischen Betrieb umstellt.

Bis zu fünf Busse im Einsatz

Die Busse sind mit einer Batteriekapazität von 240 kWh ausgestattet, was einer Reichweite von 150 Kilometern pro Tag entspricht und damit für den Einsatz der Linie 75 ausreicht, so dass die Busbatterien nur über Nacht im Betriebshof wieder aufgeladen werden müssen. Da die Linie 75 die beiden Uni-Standorte an der Bockenheimer Warte und im Westend verbindet, sind dort während der Vorlesungszeit bis zu fünf Busse im Einsatz - 2.600 Fahrgäste pro Tag nutzen die Linie. In den Semesterferien genügt ein Bus, so dass die Elektrobusse dann auch auf anderen Linien erprobt werden können.

Nahverkehr zu 80 Prozent elektrisch – hohe Umweltstandards

Der Großteil der Nahverkehrsleistung wird in Frankfurt schon seit Jahrzehnten mit S-Bahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen elektrisch erbracht. Die rund 370 Fahrzeuge große Busflotte ist eine der modernsten und saubersten in Deutschland. Der EEV-Standard ist selbstverständlich, ein Drittel der Busse erfüllt bereits die Norm Euro VI. Auch die Zahl der Euro VI-Busse wird ab Dezember zunehmen: Auf den Linien 64 und 36, die in der durch Feinstaub besonders belasteten Innenstadt verkehren, können dann komplett Busse mit dem hohen Umweltstandard Euro VI eingesetzt werden. Auf der ebenfalls die Innenstadt querenden Linie 30 fahren schon jetzt zu etwa Zweidrittel Euro VI-Busse. Frankfurts Busse leisten damit einen großen Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität in Deutschlands Pendlerhauptstadt.

Förderprogramm für Elektrobusse

Mit seinen festen Routen und seiner hohen Fahrleistung ist der innerstädtische Busverkehr optimal dafür geeignet, eine Entlastung der Innenstädte von Abgasen und Lärm zu erreichen. Allerdings ist die Anschaffung von Elektrobussen mit deutlichen Mehrkosten verbunden, auch fehlt häufig die notwendige Ladeinfrastruktur. Die Investitionsmehrkosten der ICB in die neuen Busse und die Ladeinfrastruktur belaufen sich auf rund 1.900.000 Euro. Das Land Hessen förderte das Projekt mit 760.800 Euro. Um die hessischen Busverkehrsunternehmen zu unterstützen, stellt das hessische Verkehrsministerium insgesamt jährlich fünf Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung – Hessen ist damit das erste Bundesland mit einem eigenen Förderprogramm für Elektrobusse.

Vollständige Umstellung bis 2030

Durch die vollständige Umstellung der Linie 75 auf E-Busse werden jährlich ca. 200 Tonnen Kohlendioxid (CO2) und 640 kg Stickoxid (NOx) weniger an die Umwelt abgegeben - ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung von Luftschadstoffen in Frankfurt am Main. 

Im Sommer 2019 sollen die ersten drei mit Wasserstoff betriebenen Busse nach Frankfurt geliefert werden, bis zum Jahr 2030 soll der gesamte Frankfurter Nahverkehr ohne lokale Schadstoffemissionen erbracht werden.