Elektrobusse in Frankfurt: Weitere drei Linien unter Strom

Elektrobus der Linie M60 auf Straße

Elektrobus des Herstellers Ebusco auf der Linie M60
© TraffiQ / Vogler

Es geht voran: Drei weitere Buslinien sind in diesen Wochen mit batterieelektrischen Bussen komplett auf lokal emissionsfreien Betrieb umgestellt worden. Neben der bereits seit 2018 verkehrenden "Stromer-Linie" 75 und der zum Fahrplanwechsel umgestellten Metrobuslinie M60 werden in diesem Frühjahr die Linien 33 und 37 mit neuen Bussen "elektrifiziert". Die Linie 52 folgt zum Ende dieses Jahres.

 

Die nächsten Schritte beim klimafreundlichen Ausbau

Traditionell wird ein Großteil des öffentlichen Nahverkehrs in Frankfurt schon elektrisch abgewickelt, nämlich mit S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn. Schritt für Schritt elektrifiziert Frankfurt nun den Busverkehr: 2018 wurde die Linie 75 als erste hessische Buslinie komplett auf E-Busse umgestellt. Nach der Linie M60 mit 13 Bussen werden im Frühjahr 2021 auch die Linien 33 und 37 im Gutleutviertel elektrifiziert, hier kommen elf E-Busse zum Einsatz. Die Linie 52 im Gallus folgt mit zwölf Bussen zum Ende des Jahres. Ab Sommer 2022 sollen auf der Linie M36 insgesamt 13 Brennstoffzellenbusse verkehren.

Vorteile der Elektrobusse überwiegen

Betreiber der Buslinie M60 ist das Unternehmen Transdev Rhein-Main GmbH, die Buslinien 33 und 37 betreibt das städtische Unternehmen In-der-City Bus GmbH (ICB). Es kann auf die Erfahrung mit der Elektrifizierung der Linie 75 im Dezember 2018 zurückgreifen. Seither werden auf dieser innerstädtischen Linie jährlich etwa 200 Tonnen Kohlendioxid (CO2) und 640 kg Stickoxid (NOx) weniger an die Umwelt abgegeben. Die Einsatzstabilität und laufleistungsabhängige Betriebskosten der Batteriebusse überzeugen das Unternehmen. Insgesamt überwiegen die Vorteile den Nachteil der höheren Investitionskosten bei weitem.

Strom aus dem Heizkraftwerk

Den für den Betrieb der Busse auf der Metrobuslinie M60 nötigen Strom stellt die FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH auf ihrer Betriebsstätte in Heddernheim bereit, die den benötigten Strom bei der Verbrennung von Hausmüll selbst produziert. Fünf Ladesäulen mit je zwei Ladeanschlüssen wurden installiert, um die 13 E-Busse zu laden. Da die Busse über den Tag verteilt eingesetzt werden, stehen immer genug Stationen zur Verfügung. Ein Ladevorgang dauert maximal dreieinhalb Stunden. Im Laufe des Jahres 2021 wird die Ladeinfrastruktur um vier weitere Ladesäulen ergänzt.

Die Fahrzeuge: Hersteller und Ausstattung

Elektrobus vor dem winterlichen Heizkraftwerk in Frankfurt-Heddernheim

© TraffiQ / Krutsch

Bei allen bisher in Frankfurt eingesetzten Elektrobussen handelt es sich um so genannte "Nachtlader", die zum Aufladen der Batterien über Nacht (oder während einer Betriebspause) ins Busdepot zurückkehren. Mit einer Batterieladung können sie zwischen 150 und 200 Kilometer zurücklegen.

Für die Linie 33 hat die ICB zwei Standardbusse des portugiesischen Herstellers Caetano beschafft. Sie sind zwölf Meter lang, haben drei Türen und bieten 35 Sitz- und 28 Stehplätze. Auf der Linie 37 setzt sie neun Gelenkbusse ein, die der spanische Bushersteller Irizar geliefert hat. Die 18 Meter langen Busse sind auch dreitürig und haben Platz für 46 sitzende und 43 stehende Fahrgäste.

Die 13 Elektrobusse der Transdev Rhein-Main GmbH für die Metrobuslinie M60 stammen vom niederländischen Hersteller Ebusco. Es handelt sich um zwölf Meter lange Standardbusse mit drei Türen. Sie bieten 35 Sitz- und 33 Stehplätze.

Alle Busse sind durchgehend niederflurig. An der zweiten Tür befindet sich eine Klapprampe, über die in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen die großzügige Sondernutzungsfläche mit dem Rollstuhlstellplatz erreichen. Die gesamte kundenfreundliche Ausstattung entspricht dem hohen Frankfurter Standard.