On-Demand: Flexibler Nahverkehr startet in Frankfurt

Bildmontage: Kleinbus in On-demand-Gestaltung

So soll Knut aussehen
© traffiQ Frankfurt am Main

Premiere in Frankfurt: Anfang Oktober starten On-Demand-Verkehre in den vier nördlichen Frankfurter Stadtteilen. Damit beginnt in Bonames, Harheim, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach ein neues, flexibles Nahverkehrsangebot. Die Stadtteile werden von elektrischen Kleinbussen profitieren, die Fahrgäste ohne festen Fahrplan ans Ziel bringen.

Ergänzung zum klassischen ÖPNV

Das Angebot ist Teil eines RMV-Projektes mit neun weiteren Partnern, das mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur gefördert wird. Das On-Demand-Projekt schafft eine neue Form der Mobilität, die Bus und Bahn hervorragend ergänzt: Überall dort, wo der klassische ÖPNV nicht ganz passgenau unterwegs sein kann – zum Beispiel in den Tagesrandzeiten oder dort, wo es keine direkte Verbindung gibt – kommen die elektrischen Kleinbusse zum Einsatz. Sie bringen den öffentlichen Nahverkehr bis fast an die Haustür und fahren genau dann, wenn sie gebraucht werden.

Flexibel auf Bestellung

"Knut" heißt das neue On-Demand-Angebot. Dafür hat traffiQ drei Kleinbusse des Mercedes-Typs eVito Tourer PRO beschafft, die täglich von 5.00 bis 1.00 Uhr im Einsatz sein werden. Für den Ein- und Ausstieg stehen den Fahrgästen über 500 „virtuelle“, aber auch bestehende Haltestellen zur Verfügung. Fahrten zwischen den Stadtteilen sind ebenso möglich wie Fahrten zu Umsteigepunkten, etwa  der U-Bahn in die Innenstadt.

Der On-Demand-Verkehr erweitert den lokalen Nahverkehr um einen flexiblen Baustein: Auf Bestellung holt das Shuttle Fahrgäste ab und bringt sie so nah wie möglich an ihr Ziel oder zu einem Umstiegspunkt auf Bus und Bahn.

Karte: Nördliche Frankfurter Stadtteile mit Hervorhebung des Bediengebietes

Das Bedienungsgebiet: Die nördlichen Frankfurter Stadtteile
© traffiQ Frankfurt am Main

So funktioniert's

Der Service schließt die Lücke zwischen Bus und Taxi: Man ruft den Shuttlebus per App oder Telefon und kann in der Regel 10 bis 15 Minuten später an einem vereinbarten Platz in der Nähe einsteigen. Fahren mehrere Fahrgäste in die gleiche Richtung, kombiniert ein intelligenter Algorithmus ihre Fahrtwünsche.

Die Fahrt mit dem Angebot ist in den RMV-Tarif integriert, hat aber aufgrund des besonderen Service eine eigene Struktur. Pro Fahrt fällt ein Grundpreis von zwei Euro an, von dem jedoch Inhaber einer gültigen Fahrkarte, Kinder und Mitfahrende befreit sind. Hinzu kommt ein Komfortaufschlag von einem Euro und ein Kilometerpreis von 30 Cent. Bezahlen können die Fahrgäste über die App per Kreditkarte oder PayPal. Bei telefonischer Buchung kann auch im Fahrzeug ausschließlich bargeldlos per Karte bezahlt werden.

Komfortable Fahrzeuge

Die eingesetzten Kleinbusse bieten fünf Sitzplätze und sind klimatisiert. Der Ein- und Ausstieg erfolgt komfortabel über große seitliche Schiebetüren. Der Innenraum ist großzügig gestaltet, so dass beim Ein- und Ausstieg keine Sitze umgeklappt werden müssen. Auch an die Mitnahme von Fahrgästen mit Rollstuhl ist gedacht: Hierzu wird eines der drei Fahrzeuge so umgebaut, dass über eine Rampe Fahrgäste mit Rollstuhl komfortabel und sicher einsteigen und mitfahren können.

Betreiber von "Knut" ist die Firma CleverShuttle, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Sie hat langjährige Erfahrung im Aufbau von elektrischen On-Demand-Verkehren deutschlandweit und betreibt seit 2021 unter anderem den Hopper im Kreis Offenbach und den HeinerLiner in Darmstadt. 

Zehn On-Demand-Projekte im RMV-Gebiet

Bis Ende 2021 soll der Betrieb bei allen zehn Partnern im Verbundgebiet starten und wird dann auch über die RMV-On Demand-App buchbar sein. In dem Projekt verantwortet der RMV die zentrale Koordination, entwickelt den Rahmen für die Preisgestaltung und bündelt Information, Buchung, Bezahlung und Kundenservice. Das Angebot wird in die im Sommer startende On-Demand-App des RMV und perspektivisch in die RMV-App integriert.

Die lokalen Partner sind die Verkehrsgesellschaften und Nahverkehrsorganisationen der Städte und Landkreise. Hierzu zählen Frankfurt am Main (traffiQ), Kreis Offenbach (kvgOF), Hofheim (MTV), Kelsterbach (LNVG GG), Limburg an der Lahn (Stadt Limburg), Kreis Darmstadt-Dieburg (DADINA), Taunusstein (RTV), Hanau (HSB), Wiesbaden (ESWE) und Darmstadt (HEAG mobilo).

Weitere Informationen

Weitere Informationen über das Projekt: rmv.de/ondemo