Straßenbahn nach Dreieich und Langen: Erfolgversprechendes Projekt

Kartendarstellung des Streckenverlaufes zwischen Frankfurt und Langen

Grafik: Straßenbahn Frankfurt – Neu-Isenburg – Dreieich – Langen (mit Varianten)
© Habermehl & Follmann

Die Verlängerung der Frankfurter Straßenbahn nach Neu-Isenburg, Dreieich und Langen ist ein erfolgversprechendes Projekt und die Trasse realisierbar. Zu diesem Ergebnis kommen die Gutachter, die eine Potenzialstudie im Auftrag der beteiligten Städte durchgeführt haben.

Als nächste Schritte empfehlen sie eine vertiefende Machbarkeitsstudie sowie eine fundierte Nutzen-Kosten-Untersuchung, von deren Ergebnis die Bereitstellung von Fördermitteln durch Bund und Land abhängt. Es bestehen nach Einschätzung der Gutachter gute Chancen, die Förderfähigkeit zu erreichen.

Nachfrage ist vorhanden 

Von der untersuchten Straßenbahnverbindung profitieren gut 130.000 Einwohner und etwa 90.000 Arbeitsplätze in den drei Kommunen. Die tägliche Fahrgast-Nachfrage auf der bestehenden Strecke, die bislang an der Frankfurter Stadtgrenze zu Neu-Isenburg endet, würde durch die Verlängerung auf das Dreifache gegenüber heute ansteigen. Bis Neu-Isenburg Hugenottenallee müsste das geplante Angebot der verlängerten Straßenbahnlinie 17 im Berufsverkehr sogar verstärkt werden, um diese Nachfrage zu befriedigen.

Die Gutachter rechnen mit rund 5.000 Neukunden täglich. Weit über 50.000 Pkw-Kilometer könnten so am Tag eingespart werden. Weitere gut 4.000 Fahrgäste werden von der an den westlichen Ortsteilen verkehrenden S-Bahn zur Straßenbahn wechseln, was zu einer Entlastung der stark nachgefragten S-Bahn-Verbindung Richtung Darmstadt beiträgt.

Streckenvarianten prüfen

In die Studie einbezogen waren drei Streckenvarianten mit Endpunkten am Bahnhof Dreieich-Sprendlingen, in Dreieich-Weibelfeld und in Langen am Wilhelm-Leuschner-Platz. Eine Entscheidung ist hier noch nicht getroffen. Bauliche Herausforderungen müssen durch die vertiefende Machbarkeitsstudie gelöst werden, für die eine Bearbeitungszeit von etwa zwei Jahren gerechnet wird.

Sie betreffen insbesondere die Innenstadtlagen, die großen Kreuzungen und die Querung der Dreieichbahn. Die Gutachter gehen davon aus, dass sich die Straßenbahn stadtgestalterisch und verkehrlich in die zentralen Bereiche der drei Städte integrieren lässt und die Lebens- und Aufenthaltsqualität gesteigert wird. So wäre etwa ein oberleitungsfreier Betriebs in den städtebaulich sensiblen innerörtlichen Lagen denkbar, wie es sie heute schon in Nizza oder Bordeaux gebe.

Empfehlung für nächste Schritte

Die Bürgermeister der drei Städte, Martin Burlon (Dreieich), Herbert Hunkel (Neu-Isenburg), Prof. Dr. Jan Werner (Langen) und der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling empfehlen ihren jeweiligen städtischen Gremien, den Weg in Richtung Machbarkeitsstudie und Nutzen-Kosten-Untersuchung zu gehen – die Gelegenheit, den umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr im Westkreis Offenbach so attraktiv auszubauen, sollte sich, so die einheitliche Meinung, keine der beteiligten Kommunen entgehen lassen.