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Jobs im ÖPNV

Gleisbau: Verantwortungsvolle Aufgabe

Die Gleisarbeiten in Frankfurt-Heddernheim laufen auf Hochtouren.

Gleisarbeiten sind immer Teamarbeit.
(© rms GmbH)

Defekte Gleise können den Verkehr verlangsamen und im Extremfall zu Streckensperrungen führen. Gleisbauer übernehmen deshalb mit ihrer Arbeit eine verantwortungsvolle Aufgabe: Sie bauen, erneuern und unterhalten Gleise, Weichen und Gleisbetten. Dabei arbeiten sie auf stetig wechselnden Baustellen, sind Wind und Wetter ausgesetzt und verrichten körperlich anstrengende Arbeit. Die Arbeit des Gleisbauers ist gewiss kein Zuckerschlecken. Doch wer gerne im Team arbeitet und zupackt, kann diesem Beruf viel abgewinnen.

Aufgaben und Tätigkeiten im Überblick

Gleisbauer montieren und verlegen Schienen und Weichen und bauen Bahnübergänge. Sie erhalten die Betriebssicherheit der Schienenfahrwege, indem sie die Gleise kontrollieren, vermessen und Mängel an den Gleisanlagen beseitigen. Beispielhafte Arbeiten sind das Austauschen von abgenutzten Schienen und Weichenteilen, verschlissenen Kleineisenteilen oder beschädigten Schwellen. Sie beseitigen Höhen- und Richtungsfehler, unterfüttern lose liegende Schwellen oder erneuern die Gleisbettung. Hierbei bedienen sie moderne Baumaschinen und -geräte sowie spezielle Gleisbau- und Gleisüberwachungsmaschinen.

Weiterführende Informationen zum Beruf des Gleisbauers und den Ausbildungsinhalten sind auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit nachzulesen.


Wir waren vor Ort: Gleisbauarbeiten in Frankfurt

Während der sechswöchigen Streckensperrung der zentralen Frankfurter U-Bahn-Strecke haben wir spannende Einblicke in die Arbeit des Gleisbauers erhalten und so die Möglichkeit bekommen, die Arbeiten aus nächster Nähe zu verfolgen.

Es ist laut. Laufende Maschinen erzeugen spürbare Vibrationen. Staub liegt in der Luft. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren: Insgesamt  müssen sieben Weichen ausgetauscht werden, die den Betriebshof der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) mit der Stammstrecke verbinden. Der Grund: Abnutzung und Verschleiß der Gleisanlage, die hier oberirdisch liegt.

Neuer Schotter, neue Schwellen, neue Schienen ...

Knut Müller ist Fachbereichsleiter vom Fahrweg der VGF und damit zuständig für die Gleis- und Weichenanlagen der VGF in Frankfurt. Als Verantwortlicher für die Baumaßnahme erzählt er, dass alles erneuert werden muss: "Hier, wo wir uns befinden, hat das Streckennetz eine enorme Belastung, denn zusätzlich zu den vier U-Bahn-Linien, die hier für gewöhnlich darüberfahren, rollt der Werkstattverkehr in den Betriebshof."

Am Betriebshof Heddernheim, der am stärksten befahrene U-Bahn-Abschnitt in Frankfurt.

Große Herausforderungen warten zum Beispiel an Betriebshöfen, wo es viele Weichen gibt.
(© rms GmbH)

Zweiwege-Bagger sind die Allrounder der Baustelle.

Zweiwege-Bagger sind die Allrounder der Baustelle: Je nach Bedarf fahren sie auf Straßen oder auf Schienen.
(© rms GmbH)

Zweiwege-Bagger im Einsatz

Ein großer Bagger, der sich ähnlich wie ein U-Bahn-Fahrzeug auf den Schienen hin- und herbewegen kann, ist gerade mit dem Abtransport eines drei bis vier Meter großen Weichenteils beschäftigt. Zuvor wurde dieses Teil mit einem Schweißbrenner in transportable Stücke geschnitten, erklärt Müller.

Hier lagen die demontierten Teile, bis zum Abtransport.

Hier lagern die demontierten Teile bis zum Abtransport.
(© rms GmbH)

Blickt man nach rechts, sieht man noch Teile des bestehenden Gleises. Weiter hinten lagern die herausgetrennten Teile der alten Weichen, bis sie in Containern – getrennt nach Schienenstahl und Holzschwelle – abtransportiert und recycelt werden.

Gleisbau ist Handarbeit

Neben Baggern bedient sich der Gleisbauer auch anderer Maschinen. Trotz der Kraft der Maschinen sollte man sich nicht täuschen lassen: Gleisbau ist Handarbeit – vor allem im Nahverkehr. 

So wird beispielsweise der Schotter unter den Schwellen mit einer Stopfmaschine verdichtet. Und die einzelnen Weichenbauteile werden mit einer speziellen Bohrmaschine geschraubt, aber letztlich händisch und in nach unten gebückter Haltung.

Im Bereich der Station sind die alten Gleise bereits erneuert. Hier muss noch eingeschottert und der Schotter verdichtet werden. Dies passiert mit einer sogenannten Stopfmaschine, die den Schotter unter der Schwelle verdichtet und das Gleis richtet. Weiter vorne sind die neue Betonschwellen erkennbar, auf die die einzelnen Weichenbauteile geschraubt werden.

Zwei Arbeiter verschrauben Weichenteile. Im Hintergrund die Maybachbrücke.

Beim Gleisbau ist vieles Handarbeit, auch wenn immer wieder Maschinen bei der Arbeit helfen.
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Neue Betonschwelle sind ausgelegt.

Früher wurde auf Holzschwellen gesetzt, heutzutage kommen Betonschwellen zum Einsatz, die wesentlich haltbarer sind.
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Zwei Arbeiter räumen ein altes Weichenteil aus dem Weg.

Die Arbeit wird meist in Teams mit mehreren Kollegen erledigt. Teamgeist ist unerlässliche Voraussetzung für den Beruf des Gleisbauers.
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Wenn der alte Schotter abgezogen ist, wird der Schotter mit der Rüttelmaschine verdichtet. Danach kann das Gleis neu aufgebaut werden.

Wenn der alte Schotter abgezogen ist, wird der Schotter mit der Rüttelplatte verdichtet. Danach kann das Gleis neu aufgebaut werden.
(© rms GmbH)

Gleise verlegen geht nur im Team

Derweil hat der Kollege im Bagger das wuchtige Weichenteil weggefahren. Dort, wo jetzt eine Lücke klafft, sind die Gleisbauer noch mit dem Abtragen und Plattieren des alten Schotters beschäftigt. Die Handgriffe sind routiniert, die Mitarbeiter wissen, was sie tun. Sie arbeiten Hand in Hand.

... damit die U-Bahn sicher rollt

Für den Fahrgast war nach der Erneuerung der Gleise später nicht mehr viel zu sehen. Dank der verantwortungsvollen Arbeit der Gleisbauer, bleibt die Sicherheit und die Betriebsbereitschaft des Schienennetzes gewährleistet.

Weiterführende Informationen zum Beruf des Gleisbauers auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.