Abfahrtszeiten an einer Haltestelle mit aktuellen Verkehrshinweisen.

Bustour durch Stadt und Landkreis

Attraktive Linien und umweltfreundliche Busse

Bereit zur Fahrt vom Böllenfalltor nach Modautal-Ernsthofen sind (von links) Stadtrat Paul Georg Wandrey, Vizelandrat Lutz Köhler, HEAG mobilo-Geschäftsführer Johannes Gregor, Prof. Jürgen Follmann von der hda, DADINA-Geschäftsführer Jörg Gerhard und HEAG mobilo-Geschäftsführer Arne Rath.
© DADINA/Krappmann

Bustour durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg zeigt Erfolge der Zusammenarbeit im ÖPNV

Gemeinsame Pressemitteilung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation DADINA

 

Auf welchen Routen fahren in Darmstadt und Darmstadt-Dieburg Busse – und mit welchem Antrieb sind sie unterwegs? Bei einer von Prof. Dr. Jürgen Follmann von der hda moderierten Bustour durch die Wissenschaftsstadt und den Landkreis wurden Erfolge präsentiert und Zukunftskonzepte vorgestellt. Erste Station war dabei das Depot der HEAG mobilo am Böllenfalltor in Darmstadt.

Die batterieelektrischen gelben Busse sind in der Wissenschaftsstadt bereits ein vertrauter Anblick. Beim Besuch im Depot konnte besichtigt werden, wo und wie die Batteriebusse geladen werden. HEAG-mobilo-Geschäftsführer Arne Rath erläuterte die damit verbundene Senkung der Betriebskosten – angesichts der hohen Dieselpreise infolge des Irankriegs ein brandaktuelles Thema.

„Die Batteriebusse sind für eine Stadt wie Darmstadt perfekt geeignet“, betont Stadtrat und Verkehrsdezernent Paul Georg Wandrey. „Lärmschutz und Luftqualität können so bei gleichem oder sogar vergrößertem Angebot an Fahrten verbessert werden. Die Anwohner profitieren, während den Fahrgästen ein effizientes Mobilitätsangebot zur Verfügung steht. Dass wir auch bei den Betriebskosten profitieren, ist ein höchst erfreulicher Nebeneffekt.“

Die Umstellung auf emissionsfreie Antriebe deckt sich mit der Flottenstrategie der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation DADINA: Diese sieht vor, auf emissionsfreie Antriebe umzustellen, wo immer das wirtschaftlich umsetzbar ist. „Damit sichern wir uns einen ÖPNV, der die gegebenen technischen Möglichkeiten ausschöpft und gleichzeitig bezahlbar bleibt“, erläutert Vizelandrat und Verkehrsdezernent Lutz Köhler. „Perfektes Beispiel ist die jüngst erfolgte Vergabe der Linienbündel ,Darmstadt / Ober-Ramstadt‘ und ,Reinheim‘ an die Firma Fischle: Die Buslinien, die mit Solobussen bedient werden, stellt das Unternehmen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 direkt auf Batteriebusse um.

Bei den Linien, auf denen Gelenkbusse fahren, wäre das theoretisch zwar möglich. Weil die Reichweite der verfügbaren E-Gelenk-Busse noch nicht ausreicht, müssten die Fahrzeuge aber häufig nachladen. Ein ladender Bus fährt nicht – zwei Fahrzeuge wären nötig, wo derzeit eines genügt. Das ist ineffizient und teuer. Daher setzen wir in diesem Fall vorerst weiter auf Dieselbusse im emissionsarmen Betrieb mit HVO 100 und investieren stattdessen in bessere Verbindungen.“

Einige dieser Verbindungen im Landkreis konnte bei der Bustour direkt getestet werden: Vom Böllenfalltor ging es mit der Linie M1 nach Modautal zur Haltestelle Ernsthofen/Schule, wo Bürgermeister Jörg Lautenschläger die Besucher begrüßte. Die Linie M1 gehört zu den Linien, die zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 neugestaltet worden waren.

DADINA-Geschäftsführer Jörg Gerhard erläuterte das Linienkonzept hinter den Linien B, M1, M2, M3, MX, die die alten Linien N und NE ersetzt und vor allem die zuvor sehr lange und komplexe Linie O entflochten haben: „Wir hatten damals beschlossen, eine neue, klare Struktur in unsere Linien zu bringen. Für die Fahrgäste muss direkt ersichtlich sein, welcher Bus sie wohin bringt. Diese Übersichtlichkeit trägt genauso zur Attraktivität des ÖPNV bei wie ein gut getakteter Fahrplan, zuverlässige Anschlüsse und schnelle Verbindungen.“ Für letztgenanntes sorgt vor allem der 2024 neu eingeführte Schnellbus MX mit einer um sechs Minuten verkürzten Fahrzeit zwischen Modautal-Brandau und Darmstadt.

Die Haltestelle Ernsthofen/Schule ist ein zentraler ÖPNV-Knotenpunkt in Modautal. Unter anderem hält dort die Linie MO3, die die Teilnehmer der Bustour zur nächsten Station brachte, dem Bahnhof in Reinheim. Die Linie quert die Gemeinden Fischbachtal und Groß-Bieberau und bildet damit eine wichtige Verbindung im Südosten des Landkreises. In Reinheim ermöglicht der Anschluss an die Odenwaldbahn zudem die Weiterfahrt nach Frankfurt, Hanau, Erbach oder Darmstadt.

Zurück in die Wissenschaftsstadt kamen die Teilnehmer der ÖPNV-Tour allerdings nicht mit dem Zug, sondern mit einem Bus der Linie RH. Diese fährt von Reinheim über Roßdorf über den Luisenplatz bis zum Hauptbahnhof in Darmstadt und erschließt dabei – gemeinsam mit den Linien GB und MO1 – das Darmstädter Edelsteinviertel. Trotz unterschiedlicher Anforderungen in Ballungsraum und Flächenkreis: Was den ÖPNV angeht, sind Darmstadt und Darmstadt-Dieburg längst untrennbar zusammengewachsen.