Abfahrtszeiten an einer Haltestelle mit aktuellen Verkehrshinweisen.

Wer blockiert, wird fotografiert: Frontkameraprojekt gestartet

(v.l.n.r.): Stephanie Schramm (Geschäftsführerin ICB), Prof. Dr.-Ing. Tom Reinhold (Geschäftsführer traffiQ), Guido Verhoefen (Geschäftsführer DBRM) und Stadtrat Wolfgang Siefert (Frankfurts Mobilitätsdezernent)
© Stadt Frankfurt am Main, Holger Menzel

Ein falsch geparktes Auto, das einen Bus an der Weiterfahrt hindert - Alltag auf vielen Frankfurter Straßen. Die Pünktlichkeit vieler Buslinien wird dadurch erheblich beeinträchtigt. Um dieses Verhalten zu ahnden, kann das Fahrpersonal mit einer Kamera an der Frontscheibe künftig per Knopfdruck Fotos vom Geschehen machen. Diese gehen, nach Anonymisierung der Unbeteiligten, direkt an die Bußgeldstelle. Durch die abschreckende Maßnahme soll der Betriebsablauf stabilisiert, die Zuverlässigkeit erhöht und die Pünktlichkeit verbessert werden.

Einsatz nur bei Störung des Betriebsablaufs

Nachdem in Wiesbaden das Projekt bereits erfolgreich getestet wurde, geht es nun auch in Frankfurt an den Start. Insgesamt zehn Busse der In-der-City-Bus GmbH (ICB) und der DB Regio Bus Mitte (DBRM) werden im Rahmen des Pilotprojekts mit Frontkameras ausgestattet. Diese kommen vor allem auf den besonders störanfälligen Linien M36, M55 und 64 zum Einsatz.

Fotografiert wird nur, wenn ein Falschparker den Betriebsablauf des öffentlichen Nahverkehrs stört - also ein Auto die Busspur blockiert oder die Anfahrt an eine Haltestelle behindert. Ebenso, wenn Fahrgäste nicht ungehindert aus- und einsteigen können. In diesem Fall kann das Fahrpersonal auf freiwilliger Basis die Aufnahmen auslösen.

© Stadt Frankfurt am Main, Holger Menzel

Eigens erarbeitetes Datenschutzkonzept

Der Datenschutz spielt bei diesem Pilotprojekt eine zentrale Rolle. Ein eigens dafür ausgearbeitetes Konzept sieht unter anderem vor, dass es keine doppelte Datenhaltung gibt und Bilder nach Rückkehr des Busses in den Betriebshof automatisch nach Bereinigung und Prüfung an die Bußgeldstelle übertragen werden.

Zukunft noch ungewiss

Die Testphase läuft bis Ende 2026. Anschließend wird entschieden, ob das Projekt auf zusätzlichen Fahrzeugen fortgeführt wird. Der Einsatz in Straßenbahnen ist für Mitte 2026 geplant.