Kritik der Kreistagsgrünen an Situation in Florstadt geht weit an der Realität vorbei
„Die baustellenbedingte Situation in Florstadt ist eine Herausforderung für alle Beteiligten, allen voran für Fahrgäste und Verkehrsunternehmen. Wir bedauern, dass es zu so großen Unannehmlichkeiten kommt, bitten aber alle um Geduld für die Dauer der Maßnahme“, drückt Volker Hofmann, Geschäftsführer der VGO Verkehrsgesellschaft Oberhessen, sein Bedauern über die Lage in Florstadt und den nachvollziehbaren Unmut der Fahrgäste aus.
Irritiert zeigt er sich jedoch über die jüngsten Veröffentlichungen der Wetterauer Kreistagsgrünen zum Linienverkehr in Florstadt.
„Ich persönlich informiere mich immer erst über einen Sachverhalt und dessen Ursachen, bevor ich mich öffentlich zu etwas äußere“, führt Volker Hofmann, Geschäftsführer der VGO, diesbezüglich aus. Dies beherzige aber leider nicht jeder. Vieles, was in der Pressemitteilung stünde, sei unpräzise oder nicht korrekt.
Intensive Planungen und Abstimmungen waren Grundlage des Konzepts
So gab es seit Anfang fast zehn Termine, an den Vertreter der Stadt Florstadt, der VGO, von Hessen Mobil und noch weiteren Unternehmen anwesend waren. Darüber hinaus gab es umfangreichen Planungen seitens der VGO, Mail- und Schriftverkehr und eine Reihe von Telefonaten. Es sei also nicht so, dass es nur ein paar Gespräche gegeben habe, man habe hier viel Zeit in die Konzeptionierung der Busverkehre im Rahmen der Baumaßnahme B275 OD Nieder-Florstadt gesteckt.
Hierbei habe die VGO stets versucht, die tragfähigste Lösung für die Fahrgäste zu finden. „Wir haben schon im Oktober und November eine innerörtliche Umleitung in Fahrtrichtung Friedberg und in Fahrtrichtung Altenstadt/Bisses über Wirtschaftswege nach Ober-Florstadt mit Verhinderung des Begegnungsverkehrs erarbeitet und vorgeschlagen. Es wurden sogar Testfahrten mit einem Gelenkbus durchgeführt und alles verlief ohne Widersprüche der Beteiligten“, führt der VGO-Geschäftsführer weiter aus.
Auf der Bürgerversammlung hat die Stadt Florstadt selbst das Konzept der innerörtlichen Umleitung vorgestellt. Dass hieran krankheitsbedingt keine Vertreterin bzw. kein Vertreter der VGO teilnehmen konnte, sei bedauerlich, wurde der Stadt jedoch genau so mitgeteilt und von dieser bestätigt. Für die Art, wie dies in der Bürgerversammlung mitgeteilt wurde, sei nicht die VGO verantwortlich.
Schwierige Rolle der Stadt Florstadt
Im Nachgang dieser Veranstaltung gab es einen intensiven Austausch mit der Stadt Florstadt, die mitteilte, dass sie die Anzahl an Bussen auf der erarbeiteten Umleitungsstrecke kritisch sehe, obwohl sie dies bis zu diesem Zeitpunkt nicht geäußert habe. Auch wurde darüber informiert, dass die Stadt finanzielle Investitionen für die notwendige Ertüchtigung der Umleitung nicht tätigen werde. Damit sei klar gewesen, dass die Busse nur die großräumige Umleitung fahren könnten.
„Wir sind uns dessen bewusst, dass dies durch deutlich verlängerte Fahrtzeiten und reduzierte Bedienmöglichkeiten zu Einschränkungen für unsere Fahrgäste führt. Leider können wir anlässlich der nun zu fahrenden großräumigen Umleitung nur ein geringeres Angebot für Florstadt anbieten. Hier sind uns aufgrund der Entscheidungen anderer die Hände gebunden und wir bedauern dies ausdrücklich“, führt Volker Hofmann weiter aus.
Die populistische Forderung nach noch mehr Bussen, um die längeren Fahrtzeiten zu kompensieren, zeige wieder einmal, wie gleichgültig die Kreisgrünen mit den Finanzmitteln des Landkreises umgingen. Denn: die zusätzlichen Kosten, die von der VGO veranlasst werden, seien letztendlich von der Kreiskasse zu stemmen.
Falsch dargestellte Fahrtenanzahl
Weiterhin müsse die behauptete Aussage, es sei nur ein einziges Fahrzeug im morgendlichen Schul- und Pendlerverkehr in Fahrtrichtung Friedberg eingesetzt worden, korrigiert werden: Es gab bereits zu Beginn der Baumaßnahme, ab Montag, den 09.03.2026, drei Fahrtbeziehungen zwischen 06:30 Uhr und 07:00 Uhr, um nach Friedberg zu gelangen.
Zwei Direktverbindungen um 06:35 Uhr und 06:51 Uhr sowie die Möglichkeit, mit dem Ersatzverkehr FB-1E um 06:41 Uhr nach Staden oder Nieder-Mockstadt zu fahren, um dort in die reguläre Linie FB-1 umzusteigen.
Seit Mittwoch, den 11.03.2026 wird darüber hinaus ein zusätzlicher Gelenkbus um 06:48 Uhr ab Ober-Florstadt eingesetzt. Somit wurden die zuerst drei verschiedenen Fahrtmöglichkeiten um eine weitere ergänzt.
Auch hätte die VGO gerne die durch die von anderen getroffenen Entscheidungen und in der Folge die Befahrung der großräumigen Umleitung entstehenden gravierenden Mehrkosten in Höhe von 210.000 Euro vermieden, sei aber im Falle von Baumaßnahmen immer auf die Kooperation anderer angewiesen. Die Kosten sind für die planmäßige Dauer der Baumaßnahme errechnet und könnten sich bei einer Verlängerung noch deutlich erhöhen.
„Statt der VGO eine „Dienst-nach-Vorschrift-Mentalität“ vorzuwerfen, wäre es aus meiner Sicht sinnvoll und notwendig gewesen, sich über die Ursachen von Entscheidungen vorab zu informieren. Das hätte einige offensichtliche Unklarheiten und Missverständnisse vermeiden können“, erläutert der VGO-Geschäftsführer.
Was all das allerdings mit der Grünen-Äußerung, die VGO sei „ein Beamtenverein“, die ihrer Definition nach private Zusammenschlüsse von Beamten zur Interessenvertretung, gegenseitigen Unterstützung oder Vernetzung seien, zu tun habe, erschlösse sich Volker Hofmann nicht. Auch hier wäre es zweckmäßig gewesen, sich vor der Verwendung des Begriffs über dessen Bedeutung im Klaren zu sein. Solche Unschärfen führten immer wieder zu einem schiefen Bild in der Öffentlichkeit.
Pressemeldung vom 13.03.2026