20.01.2026: Mehr Fahrgäste, neue Fahrzeuge und Konzept für Tarifreform
Fahrgastzahlen wachsen weiter / 650.000 aktive D-Tickets im RMV / Infrastrukturausbau auf Hochtouren / Konzept für RMV-Tarifstrukturreform / RMV geht voran: erstes Batteriefahrzeug, autonomes Fahren und neue digitale Angebote
839 Millionen Fahrgäste sind in 2025 mit den Bussen und Bahnen im RMV-Gebiet gefahren – mehr als je zuvor. "Die Zahl der Menschen in der Region Frankfurt-RheinMain wächst und damit kommt es mehr denn je auf einen attraktiven ÖPNV an. Hierzu gehört zuallererst die Instandhaltung und der Ausbau der Schieneninfrastruktur. Daneben legen wir den Fokus auf umweltfreundliche und komfortable Fahrzeuge, bessere digitale Services für unsere Fahrgäste und arbeiten an einem zum Deutschland-Ticket passenden, vereinfachten Tarifsortiment", sagt der Vorsitzende der RMV-Geschäftsführung, Prof. Knut Ringat.
Die Zahl der Abonnements des Deutschland-Tickets ist 2025 um 8,3 Prozent gewachsen und liegt nun bei rund 650.000 aktiven Tickets im RMV. Die dauerhafte Etablierung des Deutschland-Tickets bietet zudem die Chance für einen komplett neuen RMV-Tarif mit nur noch sechs Ticketarten. Aktuell arbeitet der RMV an einem entsprechenden Konzept, die Entscheidung über eine mögliche Umstellung fällt im Kreis der RMV-Gesellschafter.
Infrastrukturausbau schreitet voran, Baugeschehen bremst Betrieb
"Der Infrastrukturausbau im RMV schreitet voran. In den nächsten zehn Jahren werden über 20 Mrd. Euro in die Schiene investiert. Langfristig ist der Infrastrukturausbau ein Segen, aktuell ist die Situation für Fahrgäste, aber auch für das Personal vor Ort nicht immer einfach. Wenn die Regionaltangente West, die Nordmainische S-Bahn und später auch der Fernbahntunnel fertig sind, wird der ÖPNV für die Menschen so attraktiv und zuverlässig sein, wie wir es uns nur wünschen können", so Prof. Knut Ringat.
Nicht zufriedenstellend ist die Betriebsqualität. 86,7 % der S-Bahnfahrten erreichten ihr Ziel pünktlich (bis 5.59 Minuten) und somit ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr 2024 (87,8 %). Der Hauptgrund dafür sind Verspätungen einzelner Züge, die sich im eng getakteten Fahrplan im überlasteten Schienennetz Frankfurt RheinMain auf Folgeverbindungen auswirken.
Auch das anhaltend hohe Baugeschehen, das die Weichen für eine starke Schiene in der Zukunft stellt, beeinträchtigt die Betriebsqualität: 88,6 % der S-Bahn-Fahrten (2024: 89 %) fanden statt, wobei sechs von zehn ausfallenden Fahrten im Zuge von Baufahrplänen entfielen und somit Fahrgäste mit Ersatzbussen mobil blieben.
Im Jahr 2026 erwartet der RMV mehr als 2.800 Baumaßnahmen im Schienennetz, darunter Großbaustellen wie die Generalsanierung der rechten Rheinstrecke und den Baubeginn des digitalen Stellwerks in Mainz. Die damit noch wichtiger werdende Fahrgastinformation soll durch feste Ersatzbus-Haltestellen und noch verlässlichere Fahrzeitprognosen optimiert werden.
Automatisch zum besten Preis fahren mit RMV In/Out
Wer sich bei Fahrtantritt noch nicht sicher ist, wie viele Fahrten der Tag noch mit sich bringen wird, für den gibt es jetzt eine einfache Lösung bei der Tarifwahl: Mit RMV-In/Out steht in der App RMVgo inzwischen ein verbundweit nutzbares System zur Verfügung, bei dem Fahrgäste einfach ein- und auschecken. Das System ermittelt am Ende des Tages automatisch den günstigsten Preis.
Mit einem neu aufgesetzten Vertriebshintergrundsystem entsteht zudem eine digitale Plattform zur gemeinsamen Nutzung für Verkehrsunternehmen und andere Verbünde. Die Verkehrsunternehmen in Hessen sowie der NVV sind mit dabei, erste Produkte wie das Deutschland-Ticket Job und das SchülerTicket Hessen werden 2026 integriert.
Erste Batteriezüge und „RTW TramTrain“
Der erste Batteriezug in Hessen ist im Testbetrieb auf der RB21 "Ländchesbahn" unterwegs, und das lokal CO2-frei auf der nicht elektrifizierten Strecke. Eine ebenfalls neue Fahrzeugart sind die sogenannten "TramTrains" für die Regionaltangente West, die ab 2028 geliefert werden. Sie können sowohl auf Vollbahn- als auch auf Stadtbahnstrecken fahren. Zudem werden 98 S-Bahnen in den nächsten Jahren sukzessive modernisiert, ein erster Musterzug wird schon 2026 präsentiert.
Weitere Schritte zur Vision autonomer On-Demand Verkehre
Schon heute denkt der RMV an den vernetzten Verkehr der Zukunft. Ziel des RMV ist, die von Fahrgästen sehr gut aufgenommenen On-Demand-Verkehre schon in naher Zukunft mit autonomen Fahrzeugen anzubieten. So lässt sich vor allem im ländlichen Raum perspektivisch ein deutlich besseres, bedarfsorientiertes Angebot schaffen. Reiseketten werden straffer und damit ein Beitrag zur Entlastung der Straßen, Senkung der Kosten und verbesserte Teilhabe geleistet. Der nächste Schritt hierfür wäre die Schaffung von Modellregionen zur Skalierung der Angebote und weiterer Tests im Fahrgastbetrieb.
Stand: 20.01.2026

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