Abfahrtszeiten an einer Haltestelle mit aktuellen Verkehrshinweisen.

Eine gute Zukunft für den Nahverkehr in Darmstadt-Dieburg

Gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation DADINA

Was hat sich in den vergangenen fünf Jahren in Darmstadt-Dieburg in Sachen Bus und Bahn bewegt, und wie soll es in Zukunft weitergehen? Vize-Landrat Lutz Köhler, Verkehrsdezernent des Landkreises Darmstadt-Dieburg, erklärte bei einem Vor-Ort-Termin bei der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation DADINA die Perspektiven für den Öffentlichen Nahverkehr. Die sind nicht schlecht: „Wir sind unter den hessischen Landkreisen derjenige, der am meisten in den ÖPNV investiert“, berichtet Vizelandrat Köhler.

Eine zentrale Rolle spielt der DadiLiner. Seit Dezember 2024 ist er in Groß-Umstadt und Otzberg, Babenhausen und Modautal nachts und am Wochenende unterwegs. Die Shuttles sind dabei ins Linienbussystem integriert und können telefonisch oder per App angefordert werden. Beschränkt sich die gewünschte Fahrt auf eine Verbindung nach Fahrplan, genügt ein gültiges RMV-Ticket. Möchte der Fahrgast dagegen direkt zu seinem Ziel gefahren werden, ist das im On-Demand-Tarif möglich.

Vor Ort wird dieses System gut angenommen. „Mit unserer Kombination von Bedarfsbus- und Free-Floating-Angeboten können wir den ÖPNV in der Fläche verbessern“, betont Vize-Landrat Köhler. „Hier hat der DadiLiner eine gute Zukunft.“ Daher wird nun geprüft, ob das System ausgeweitet werden kann – etwa auf die Seeheim-Jugenheimer Ortsteile Ober-Beerbach, Stettbach, Balkhausen und Steigerts, auf Fischbachtal oder auf Schaafheim. Auch eine DadiLiner-Anbindung von Babenhausen an die S-Bahn in Rodgau-Dudenhofen wird in Abstimmung mit der KVG Offenbach geplant.

Zudem könnte der DadiLiner eine Alternative zu klassischen Stadtbuslinien sein. Solche rein innerörtlichen Linien fallen allerdings in die Zuständigkeit der Kommunen. „Wir können aber anbieten, Stadtverkehre über den DadiLiner zu organisieren“, erklärt Vize-Landrat Köhler – eine Option beispielsweise für Griesheim, wo der DadiLiner in seiner Pilotphase schon einmal im Einsatz war. Derzeit gibt es Stadtbusse im Landkreis nur in Ober-Ramstadt.

In der unmittelbaren Zuständigkeit der DADINA liegt die Neukonzeption der Buslinien in Weiterstadt zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026. Dazu hatte es Ende 2025 drei Bürgerforen in Weiterstadt und Erzhausen gegeben, deren Ergebnisse in das neue Konzept einfließen. „Wir wollen mehr Pünktlichkeit erreichen“, betont Vizelandrat Köhler, „sowie eine bessere Anbindung an die S-Bahn.“ Ebenfalls geplant ist eine Verbindung nach Wixhausen. „Und in Darmstadt bleibt es für die Weiterstadt-Linien bei der Haltestelle am Luisenplatz.“

Bereits im Dezember 2025 eingeführt wurde die Buslinie DG, die zwischen Gernsheim und dem Darmstädter Mathildenplatz verkehrt und dabei die Pfungstädter Stadtteile Hahn und Eschollbrücken anbindet. „Dazu erhalten wir viele positive Rückmeldungen“, berichtet Vize-Landrat Köhler. „Teils lassen Pendler, die in Darmstadt arbeiten, nun sogar das Auto stehen. Das ist ein echter Beitrag zur Verkehrswende.“

Nicht ganz so weit gediehen ist die Verlängerung von Straßenbahnlinien in den Landkreis. Für die Strecken Weiterstadt – Darmstadt – Roßdorf – Groß-Zimmern und Darmstadt – Griesheim – Riedstadt sollen im Lauf des Jahres die Ergebnisse der Nutzen-Kosten-Untersuchungen vorliegen. „Fallen sie positiv aus, dann ist es Aufgabe der Kommunen zu entscheiden, ob sie die Straßenbahn wollen oder nicht. In jedem Fall ist das eine langfristige Perspektive.“

Neben Straßenbahnen ist auch die Bahn ein zentrales Thema im Landkreis: „Wir setzen uns mit Nachdruck für die Stärkung des regionalen Schienenpersonennahverkehrs ein“, betont Vize-Landrat Köhler. Dazu zählt die Umsetzung der langfristigen Maßnahmen der Erbacher Erklärung auf der Odenwaldbahn und die Forderung nach Elektrifizierung der Pfungstadtbahn, der Einsatz für den Kreuzungsbahnhof Eppertshausen für einen Halbstundentakt auf der Dreieichbahn bis Dieburg sowie für eine Verlängerung der S-Bahn aus dem Landkreis Offenbach nach Dieburg und weiter nach Darmstadt. Auch die Infrastruktur und der Fahrplantakt auf der Regionalbahnlinie 75 Darmstadt – Aschaffenburg sollen verbessert werden. Allerdings ist in all diesen Fällen der zuständige Vertragspartner der Verkehrsunternehmen der Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV.

„Darmstadt und Darmstadt-Dieburg sind nach der Stadt Frankfurt der größte Gesellschafter im RMV“, erläutert Vize-Landrat Köhler. Als solcher hat man sich in den Vorjahren erfolgreich für die Entlastung der lokalen Ebene eingesetzt. So wurde die 50:50-Partnerschaftsfinanzierung zum 1. Januar 2025 eingestellt, durch die die DADINA regionale Bus- und Schienenverkehre mitfinanzieren musste. Der Hessenindexausgleich zur Sicherstellung der Finanzierung des ÖPNV sowie die Billigkeitsleistungen für den Ausgleich entfallener Fahrgeldeinnahmen durch das Deutschlandticket wurden verstetigt. All das bedeutet mehr freie Mittel für den Nahverkehr im Landkreis.

Beim RMV setzt sich die DADINA zugleich für eine Regionalbuslinie ein, die künftig Rödermark, Messel und Darmstadt verbinden und auch einen Halt am Bioversum Kranichstein anbieten soll. „Im Vergleich mit anderen Regionen im RMV-Gebiet sind wir, was diese Linien angeht, schwach aufgestellt“, urteilt Vize-Landrat Köhler. Das soll sich in Zukunft ändern.