MTV vergibt Linienbündel „MTK-Süd“ an HLB Hessenbus
Langfristige Vergabe sichert den Busverkehr im Main-Taunus-Kreis
Hofheim am Taunus, 10.07.2026 – Die MTV Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH (MTV) hat die Verkehrsleistungen für das Linienbündel „MTK-Süd“ neu vergeben.
Nach dem Beschluss des Aufsichtsrates vom 25. Juni 2026 hat die HLB Hessenbus GmbH (HLB) erneut den Zuschlag für das Linienbündel „MTK-Süd“ erhalten, das sie bereits jetzt betreibt. Das Unternehmen betreibt zudem seit Anfang 2024 das Linienbündel „MTK-West“ und übernimmt im Dezember auch das Linienbündel „MTK-Ost". Damit ist die HLB zu Mitte Dezember 2026 für alle drei Linienbündel der MTV verkehrlich verantwortlich.
Die HLB übernimmt ab dem 27. Juni 2027 den Betrieb des Linienbündels „MTK-Süd“. Die Vertragslaufzeit gliedert sich in zwei Betriebsstufen: Die erste Betriebsstufe läuft vom 27. Juni 2027 bis zum 30. Juni 2028, die zweite schließt sich vom 1. Juli 2028 bis zum 13. Dezember 2036 an. Darüber hinaus besitzt die MTV die Option, den Vertrag bis zum 31. Dezember 2036 beziehungsweise bis zum letzten Samstag vor Beginn der hessischen Sommerferien 2037 zu verlängern.
Mit Beginn der Betriebsstufe 2 gehen die Linien 810 und 812 vom Linienbündel „MTK-Ost“ in das Linienbündel „MTK-Süd“ über. Zudem ist der Einsatz von 20 emissionsfreien batterieelektrischen Bussen (Elektrobussen) spätestens zu Beginn der Betriebsstufe 2 vorgegeben, vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur. Dabei konnte die MTV für die Beschaffung von 16 Elektrobussen die Zusage von Fördermitteln des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) erzielen. Mit dem Einsatz von Elektrobussen setzt die MTV die Vorgaben des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes um. Für den Betrieb der Elektrobusse stellt die MTV die erforderliche Infrastruktur bereit. Hierzu wird auf dem Betriebshof der HLB Basis AG in Hofheim die notwendige Ladeinfrastruktur errichtet, die das Verkehrsunternehmen spätestens mit Beginn der Betriebsstufe 2 künftig nutzen kann.
Die MTV hat die Vergabe erstmals als Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb durchgeführt. Dieses Verfahren sieht vor, dass sich interessierte Unternehmen zunächst bewerben und die MTV anschließend mit ausgewählten Bietern über die Angebote spricht. Die Gespräche verliefen sehr konstruktiv. Durch den direkten Austausch konnte die MTV offene Fragen früh klären, mögliche Kalkulationsfehler in den Angeboten ansprechen und die Vergabeunterlagen gezielt verbessern. Das trug auch dazu bei, dass die Bieter in der späteren Angebotsphase nur sehr wenige zusätzliche Fragen stellten.
Gleichzeitig hat das Vergabeverfahren die deutlich veränderten Rahmenbedingungen im Busverkehr aufgezeigt. Die Kosten für die Erbringung der Verkehrsleistungen sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Mit den Neuvergaben für „MTK-Ost“ und „MTK-Süd“ erhöht sich der jährliche Aufwand der MTV gegenüber den bisherigen Verkehrsverträgen mittelfristig um rund 6 Millionen Euro. Dies entspricht einer Kostensteigerung von mehr als 25 Prozent für den gesamten Busverkehr im Main-Taunus-Kreis. Ab dem Jahr 2027 wird zunächst eine Erhöhung des Zuschussbedarfs für die Gesellschafter um rund 3 Millionen Euro pro Jahr erforderlich; mit Beginn der zweiten Betriebsstufe steigt dieser auf rund 6 Millionen Euro jährlich an. Ursachen hierfür sind insbesondere die allgemeinen Preissteigerungen der vergangenen Jahre, höhere Personal- und Energiekosten sowie gestiegene Qualitäts- und Umweltanforderungen im öffentlichen Personennahverkehr, unter anderem durch den Einsatz von Elektrobussen, den Aufbau der Ladeinfrastruktur und die Bereitstellung von Betriebshofkapazitäten.
Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der MTV Michael Cyriax erklärt: „Mit der HLB Hessenbus setzen wir erneut auf einen verlässlichen Partner. Das Unternehmen hat uns mit seiner Leistungsfähigkeit überzeugt. Zugleich zeigt das Vergabeverfahren sehr deutlich: Der Busverkehr ist erheblich teurer geworden – deutlich stärker, als es vor einigen Jahren absehbar war. Damit macht die Vergabe deutlich, vor welchen finanziellen Herausforderungen die ohnehin belasteten kommunalen Haushalte bei der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs stehen. Die Kosten klettern, ohne dass damit die Qualität des Angebots insgesamt steigt.“
Das Linienbündel „MTK-Süd“ umfasst zunächst die Linien 401, 402, 403, 405, 406, 807, 808, 809, 817, 819, 820, 831 bis 834 sowie verschiedene AST-Verkehre. Mit einer jährlichen Verkehrsleistung von rund 1,64 Mio. Nutzwagenkilometern zählt das Linienbündel zu den leistungsstärksten Verkehrsverträgen im Main-Taunus-Kreis. Neben modernen Dieselbussen werden dort künftig auch Elektrobusse eingesetzt. Mit einer geplanten jährlichen Fahrplanleistung der Elektrobusse von rund 1 Mio. Fahrplankilometer werden in der Betriebsstufe 2 dann ca. 62 % der Leistung des Linienbündels „MTK-Süd“ elektrisch gefahren.
„Mit der HLB Hessenbus setzen wir die erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Das Unternehmen kennt den Main-Taunus-Kreis und seine Anforderungen seit vielen Jahren und verfügt über die notwendige Erfahrung, um die Verkehrsleistungen und zukünftigen Anforderungen der Umstellung auf emissionsfreie Antriebe zuverlässig zu erbringen. Wir freuen uns darauf, das Linienbündel gemeinsam erfolgreich in die neue Vertragslaufzeit zu
führen“, betont Roland Schmidt, Geschäftsführer der MTV.
Das MTV-Service-Telefon ist unter der Rufnummer 06192 200 26 21 täglich von 6.00 Uhr morgens bis 1.00 Uhr nachts erreichbar. Informationen gibt es auch im Internet unter www.mtv-web.de.
Zusätzlich ist die MTV auf Facebook unter @MainTaunusVerkehrsgesellschaft und auf Instagram unter @mtv_verkehrsgesellschaft zu finden.