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Infrastruktur im RMV

Prämierte Bahnhöfe im RMV-Gebiet

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(© Allianz pro Schiene e.V.)

Viele Bahnhöfe haben Charme – Vorhallen, Bahnsteige und Züge erzählen Geschichten vom Unterwegssein und Reisen. Doch es gibt Unterschiede. Seit Sommer 2004 prämiert das Verkehrsbündnis "Allianz pro Schiene" einmal jährlich den besten Bahnhof aus Kundensicht. Unter den prämierten Bahnhöfen finden sich einige der schönsten Bahnhöfe Deutschlands. Die Auszeichnung ging 2018 bereits zum fünften Mal an einen Bahnhof im RMV-Gebiet.

Im Fokus der Jury, die sich an repräsentativen Marktforschungsdaten orientiert, steht die Kundenzufriedenheit. Die Beurteilung der Kunden erfolgt unangemeldet anhand eines Bewertungsbogens. Kriterien wie Sauberkeit, Kundeninformation am Bahnhof, Serviceangebote, die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel im Bahnhofsumfeld, Barrierefreiheit und das Ambiente sind zu bewerten. Aus den Ergebnissen ergibt sich zugleich der Beurteilungsbogen für das kommende Jahr.

Die Gewinnerbahnhöfe im RMV-Gebiet

2018 - Bahnhof Eppstein

Der bis 2016 grundlegend modernisierte Bahnhof Eppstein besticht durch einen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen, ein durchgängiges taktiles Leitsystem für Sehbehinderte und einen kombinierten Bahn-Bussteig, der den direkten Umstieg zwischen Bahn und Bus ermöglicht.

Eine behindertengerechte, öffentlich nutzbare WC-Anlage, überdachte Abstellplätze für Fahrräder, darunter 24 Fahrradgaragen mit E-Bike/Pedelec-Ladeboxen sowie eine Park+Ride-Anlage mit über 200 Stellplätzen stehen ebenfalls zur Verfügung.

In der RMV-MobilitätsInfo, die sich in dem grundsanierten Empfangsgebäude befindet, können sich Fahrgäste über Verbindungen und Tarifangebote informieren. In das Gebäude integriert ist zudem das Bürgerbüro der Stadt Eppstein sowie die Kulturgaststätte "Wunderbar Weite Welt".

Bahnhofsgebäude und Bahnsteig mit Gleis in Eppstein

Bahnhof und Bahnsteig in Eppstein
(© RMV/Herbert Kranz)

2015 - Bahnhof Marburg

Marburg wurde als Bahnhof des Jahres 2015 ausgezeichnet

(© Allianz pro Schiene/Andreas Taubert.com)

Der Marburger Bahnhof steht beispielhaft für gelebte Intermodalität, denn alle Verkehrsteilnehmer - Fußgänger und Fahrradfahrer ebenso wie Bahn- und Busreisende - werden hier gleichberechtigt behandelt. Dazu trägt neben dem sanierten Empfangsgebäude auch der umgestaltete Bahnhofsvorplatz bei.

Mustergültig ist im Bahnhof Marburg auch die Barrierefreiheit gelöst: Angefangen mit Brailleschrift an Schildern und Treppengeländern bis hin zu taktilen Streifen, die in den Boden eingelassen sind, werden Seheingeschränkte sicher vom Bahnsteig durch das Gebäude und zum Busbahnhof geleitet. Auf dem Vorplatz, sichert eigens eine barrierefreie Fußgängerampel das Überqueren der verkehrsberuhigten Zone zu den Bushaltestellen in der Mitte. Aufzüge führen zu den Bahnsteigen. Für weitere Hilfestellungen im Bahnhof Marburg sorgt ein geschultes Personal.

2014 - Bahnhof Hünfeld

Der Bahnhof Hünfeld überzeugte die Jury als "ein ländliches Idyll mit Gesamtkonzept". Besonders sticht das klassizistische Empfangsgebäude hervor, die Sauberkeit, der gepflegte Vorplatz sowie die Lage mitten im Grünen. Gleich hinter den Gleisen beginnen Wiesen und Felder des Biosphärenreservats Rhön.

Im sanierten Bahnhofsgebäude befindet sich ein Reisebüro, das zu allen Fragen der Mobilität Auskunft gibt. Gastronomie und Geschäfte sorgen für eine hohe Aufenthaltsqualität. Die Bahnsteige wurden umgebaut und modernisiert und eine neue Fußgängerunterführung wurde errichtet. Seitdem ist über Rampen ein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen möglich. 15 Millionen Euro wurden investiert, damit die über 2.000 Fahrgäste pro Tag bequemer ein- und aussteigen und sich am Bahnhof wohlfühlen können. Neu eingerichtet wurden zudem Park+Ride-Plätze, Bushaltestellen und Wetterschutzbereiche.

Außenansicht des Konrad-Zuse-Bahnhofs in Hünfeld.

Sauberer Vorplatz, idyllisches Kleinod: der Konrad-Zuse-Bahnhof in Hünfeld.
(© Allianz pro Schiene/FotoTaubert.de)

2013 - Bahnhof Oberursel

Bahnhof Oberursel

Bahnhof Oberursel
(© Allianz pro Schiene / FotoTaubert.de)

Der Bahnhof verknüpft einzigartig das historische Bahnhofsgebäude mit seinem Fachwerk und Giebeln mit S-Bahn und U-Bahn. Im Zuge der Modernisierung wurden das historische Empfangsgebäude saniert, die Bahnsteige erhöht, so dass ein stufenfreier Einstieg in die S-Bahn-Züge möglich ist. Eine besondere Verbesserung der Erreichbarkeit und der Sicherheit wurde durch die neue Bahnsteigunterführung auf die andere Gleisseite erreicht. Ein Aufzug und die Rampen ermöglichen, dass alle Gleise auch für ältere Menschen, Fahrgäste im Rollstuhl, mit einem Fahrrad oder großem Gepäck bequem erreichbar sind. Eine einheitliche Beschilderung sowie Blindenleitstreifen sorgen für eine schnelle Orientierung.

Eine Park+Ride-Anlage sowie Fahrradabstellplätze an allen Zugängen - zum Teil in Form von Fahrradboxen - bieten sichere Abstellmöglichkeiten. Stationsnahe Taxi-Stellplätze sowie die nahe, ebenfalls umgestaltete Bushaltestelle komplettieren die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsträger.

2010 - Bahnhof Darmstadt

Deutschlands "grünster" Bahnhof ist von innen und außen konsequent auf Kundenbedürfnisse abgestimmt. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude vereint moderne Glasarchitektur auf der Galerie mit Jugendstilelementen wie zum Beispiel den Lampen. Wer Fahrkarten kaufen will, bekommt auf Bildschirmen schon vorher die Fotos und Namen der Kundenbetreuer angezeigt. Wartezeiten lassen sich im Reisezentrum in roten Ledersesseln überbrücken oder durch ein vielfältiges Einkaufs- und Gastronomieangebot.

Der Vorplatz am Haupteingang besticht durch futuristische Bus- und Straßenbahnhaltestellen, die den Reisenden farbenfroh den Weg leuchten. Die strikte Trennung des Autoverkehrs von den Öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Bahnhofsvorplatz und die vorbildliche Information zu den weiterführenden Verkehrsmitteln haben aus dem Bahnhof Darmstadt ein Paradebeispiel für die gelungene Verknüpfung der Verkehrsmittel gemacht.

Blumenbeete auf dem Bahnhofsvorplatz. Im Hintergrund das Bahnhofsgebäude.

Der Bahnhof Darmstadt ist der grünste Hauptbahnhof Deutschlands.
(© Allianz pro Schiene/Gerd Kittel)