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"Wir müssen Mobilität neu denken"

Beim Mobilitätskongress haben über 300 Mobilitätsexperten über die aktuellen Themen des öffentlichen Verkehrs diskutiert und neue Projekte besprochen. Hierbei ging es vor allem um die zukünftige Organisation.

"Vernetzte Mobilität – mehr als mobile Netze" war das Leitthema des am Freitag, 6. Oktober, zu Ende gegangenen Deutschen Mobilitätskongresses. Drei Tage lang hatten rund 300 Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker und Nachwuchskräfte über die Zukunft der Mobilität diskutiert. Der von der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG), dem House of Logistics and Mobility (HOLM) und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) veranstaltete Kongress fand bereits zum vierten Mal statt. Vorträge und Diskussionen fanden unter anderem mit dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dirk Wiese, dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV, Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport AG und Hans-Hilmar Rischke, Leiter der Konzernsicherheit der Deutschen Bahn, im House of Logistics and Mobility statt. 

Aufruf zum Umdenken 

In seiner Eröffnungsrede mahnte der hessische Verkehrsminister Al-Wazir: "Wir müssen dringend etwas tun, um den Verkehr neu zu organisieren. 58 Prozent aller Wege in Hessen werden mit dem Auto zurückgelegt. Und ein Viertel davon ist kürzer als ein Kilometer. Das kann man eigentlich niemandem erklären. Auch deshalb arbeiten wir an der Verkehrswende: mit einem deutschlandweit einmaligen Schülerticket, mit zusätzlichen Millionen für die Verkehrsverbünde und mit neuen Radwegen."

Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV warb, für Eigenverantwortung in der Branche: "Das Kirchturmdenken muss ein Ende haben. Den Fahrgästen gute und günstige Mobilität zu garantieren, ist nicht nur Daseinsfürsorge, sondern auch die Kernaufgabe unsere Branche. Dazu ist es unerlässlich, Befindlichkeiten zurückzustellen und gemeinsam Mobilität neu zu denken". Als positives Beispiel nannte Ringat die Initiative "mobility inside", mit der der gesamte öffentliche Verkehr in Deutschland auf einer gemeinsamen Plattform dargestellt wird. Mit einer Anmeldung und einem Ticket sollen alle Angebote verfügbar sein. Michael Kadow, Geschäftsführer des HOLM, zog ein positives Fazit des Kongresses: "Um gemeinsam Mobilität neu zu denken, ist Frankfurt als europäisches Verkehrsdrehkreuz ideal. Das HOLM als Entwicklungs- und Konferenzzentrum für Logistik und Mobilität verbindet dabei die Perspektiven der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und ist idealer Nährboden für die Ideen und Konzepte der Zukunft.“

Datum: 06.10.2017

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